Stadtrat Raphael Golta
Am letzten Freitag, am 20. Februar, war der jährliche Welttag der sozialen Gerechtigkeit. Er wurde 2009 von den Vereinten Nationen eingeführt und erinnert uns daran: Armut und Benachteiligung sind keine Naturgesetze, sondern von Menschen geschaffene Probleme, die wir benennen und als Gesellschaft beheben können – auch und gerade in Zürich.
Unsere Ambition muss sein, dass niemand zurückbleibt. Alle sollen an den Qualitäten unserer Stadt teilhaben können. Auch Menschen aus einfacheren Verhältnissen, ohne Vermögen, tieferen Einkommen oder mit kleinerem Bildungsrucksack. Denn Lebensqualität soll kein Privileg sein.
Dieses Zürich ist ein solidarisches Zürich. Solidarisch beispielsweise mit Geflüchteten oder mit Menschen in schwierigen Lebenslagen oder mit Suchtabhängigen oder mit Obdach-losen oder mit jenen ohne geregelten Aufenthalt. Gemeinsam können wir dafür sorgen, dass diese Menschen Teil unserer Gesellschaft sind und an ihr teilhaben können.
Die Stadt konnte in den letzten Jahren einiges erreichen. So wurde etwa die Sozialhilfe umgebaut, um Menschen zu befähigen, statt sie abzustrafen. Für Benachteiligte wurde Wohnraum geschaffen, und als die Energiepreise explodierten, wurden einkommensschwache Zürcher*innen mit einer Energiekostenzulage unterstützt. Und wir haben neue städtische Stipendien geschaffen, um jenen, ohne ausreichende berufliche Qualifikation eine Weiterbildung zu ermöglichen.
Doch Soziale Gerechtigkeit ist kein Zustand, der einmal erreicht wird und der dann für immer besteht. Soziale Gerechtigkeit ist vielmehr ein kontinuierlicher Prozess: Gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklungen – gerade in einem urbanen Zentrum wie Zürich – fordern uns heraus, soziale Gerechtigkeit immer wieder neu zu definieren, zu schaffen und zu erstreiten. Sie bleibt eine politische Daueraufgabe. Auch daran erinnert uns der Welttag der sozialen Gerechtigkeit jedes Jahr aufs Neue.
Stadtrat Raphael Golta, Sozialdepartement