Stadtrat Andreas Hauri.
«Und, wie sind die Neuen?»
Diese Frage höre ich oft. Gemeint sind Céline Widmer, Balthasar Glättli und Tobias Langenegger. Mit
Raphael Golta haben wir einen neuen Stadtpräsidenten.
Also: Wie sind sie? Ein bisschen kann ich verraten: Drei neue Kolleg*innen und ein neuer Stadtpräsident verändern die Dynamik. Neue Fragen kommen auf den Tisch, neue Blickwinkel dazu. Natürlich diskutieren wir intensiv. Auch gegenteilige Positionen treffen aufeinander. Neun Menschen, mehrere Parteien – und immer derselben Meinung? Dann würde ein Gruppenchat reichen.
Gerade das schätze ich. Gute Entscheide entstehen nicht dadurch, dass niemand widerspricht. Mittwoch für Mittwoch beraten wir Dossiers zu Wohnen, Verkehr, Finanzen, Gesundheit, Klima oder Sicherheit. Vieles hängt zusammen. Dabei benennen wir Zielkonflikte. Deshalb zählt für mich nicht zuerst das Parteibuch. Entscheidend ist: Was ist eine gute Lösung für die Menschen in Zürich? Und wie bringen wir unterschiedliche Anliegen zusammen?
Politische Überzeugungen geben Orientierung. Aber sie nehmen einem das Ringen um gute Lösungen nicht ab. Dann muss man zuhören. Ein gutes Argument auch dann gelten lassen, wenn es von der anderen Seite kommt. Und manchmal den eigenen Vorschlag nochmals überdenken. Dafür braucht es Vertrauen und die Gewissheit, dass interne Diskussionen vertraulich bleiben. Nur dann kann man offen widersprechen, Argumente abwägen und
gemeinsam entscheiden.
Eine kleine Eigenheit verrate ich: Wenn ich finde, wir hätten lange genug diskutiert und sollten weiter, sage ich gern: «So!» Wer mich kennt, weiss dann: Jetzt möchte Hauri vorwärts.
Wir widersprechen uns, lachen und suchen Lösungen. Vielleicht ist das das Geheimnis einer guten Exekutive: nicht weniger Widerspruch, sondern genug Vertrauen, um gemeinsam weiterzukommen.
So!
Stadtrat Andreas Hauri
Gesundheits- und Umweltdepartement