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Album

Der Sack des Anstosses

Von: Rita Angelone

01. Februar 2017

Die Angelones.

Sie wissen es, oder? Bei Coop und Migros kosten die Säckli, die man sich früher gratis am Ende des Kassenbandes ab der Rolle schnappen konnte, neu 5 Rappen. Ich frage Sie, weil ich erst grad erfahren musste, dass es nicht alle gecheckt haben. Schon gar nicht den Sinn dahinter.

Während ich kürzlich nach dem Bezahlen meines Einkaufs am Einpacken war – und zwar in meine dafür mitgebrachten Taschen, die ich anstelle ständig neuer Papiertaschen einsetze –, fragt mich die Kundin nebenan: «Sie, hat es keine Plastiksäckli?» und greift gereizt in den leeren Dispenser. «Nein, es gibt sie nicht mehr. Wissen Sie, wegen dem Umweltschutz», antworte ich und gehe davon aus, dass es ihr schon in den Sinn kommen würde, etwas in diese Richtung gehört zu haben. Doch sie antwortet barsch und laut und nun auch mit Blick zur Kassierin: «So ein Blödsinn! Wenn die etwas gegen den Umweltschutz machen wollen, dann sicher nicht in der Schweiz! Da gibt es andere Länder, wo man damit anfangen müsste!» – «Sie können schon ein Säckli nehmen», beschwichtige ich, «kein Problem, es kostet einfach 5 Rappen.» – «Was?», gibt sie hässig zurück, «so ein fertiger Blödsinn! Dafür zahlen? Dann kann ich grad so gut Säcke von zu Hause mitnehmen!»

Genau das wäre ja das Ziel. Noch besser wäre es, wenn wir diese klitzekleine Alltagsmassnahme als bewussten Beitrag zum Umweltschutz sähen und nicht deshalb auf das Säckli verzichten, nur weil es jetzt etwas kostet. Gerade wir in der Schweiz können es uns leisten, Gutes zu tun, ohne dass es uns wirklich wehtäte. Schade, dass wir es oft nur aus lauter Geiz tun.

Rita Angelone (48) hat zwei Kinder (10 und 8) und schreibt über ihren Familienalltag.
www.dieangelones.ch

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Leserkommentare

Corinne Staubli - Einige Menschen können nur über den Geldbeutel zum Umweltschutz "gezwungen " werden, leider. Für mich gehört das zu den Werten, die ich meinem Sohn vermitteln will. Taschen werden mitgebracht, Gemüse etc. kommen zusammen in ein "Säckli".

Vor 3 Jahren 3 Monaten  · 
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Rita Angelone - Bravo, liebe Corinne!

Vor 3 Jahren 3 Monaten  · 
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Yvonne Bergmann - weberin.ch - Von mir aus bräuchte es auch keine Einweg Gemüsebeutel. Ich kaufe nur noch mit meinen eigenen, wiederverwendbaren Gemüsebeuteln ein. Wird überall akzeptiert und da ich sowieso immer meine Einkaufstasche dabei habe, vergesse ich sie auch nicht. Ich gehe
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Vor 3 Jahren 3 Monaten  · 
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Rita Angelone - Liebe Yvonne, ich mache das auch so: Der Gemüsebeutel ist sowieso in meiner Einkaufstasche. Und ich lasse mir die Sachen auch in anderen Läden unterdessen immer ohne Sack mitgeben, da ich ja eh immer genug Säcke habe. Zum Beck gehen wir auch immer mit Tasche.
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Vor 3 Jahren 3 Monaten  · 
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