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Album

Die Flut an Fotos

Von: Ginger Hebel

29. Juni 2020

In unserer Gesellschaft ist es gang und gäbe, sein Privatleben auf sozialen Netzwerken mit der Öffentlichkeit zu teilen, Ferienföteli, Selfies, Pärchenfotos, Normales und Banales. Da ist der Drang, alles von sich preiszugeben, um nahbar zu sein. Bei Promis und Influencern gehört es schon fast zum guten Ton, Fotos ihrer kleinen Kinder zu posten. Das süsse schlafende Baby, die Kleinen – halb nackt – beim Spielen am Wasser und an Mamas Brust. «Sharenting» bezeichnet das Phänomen, wenn Eltern Fotos ihrer Kinder online stellen und teilen. Seit einigen Wochen drehen sich Einträge im Netz aber hauptsächlich um ein aufwühlendes Thema – um Pädophilie.

Jetzt schlagen Promi-Eltern Alarm. Die Fotos ihrer Kinder, die sie selber ins Netz gestellt haben, sind auf Pädophilen-Seiten aufgetaucht. Sie sind erschüttert, wütend. Das ist verständlich. So was darf nicht passieren. Doch woher kommt dieses Bedürfnis, intime und oft auch peinliche Fotos und Filmchen zu verbreiten? Langeweile? Geltungsdrang? Privates darf doch ruhig auch mal privat bleiben. Mit Datenschutz im Internet ist das so eine Sache. Fotos können zweckentfremdet werden oder in falsche Hände geraten. Wer alles verbreitet, sollte sich auch nicht wundern, wenn der Schuss nach hinten losgeht. Ein gesundes Misstrauen ist wichtig, denn die Kontrolle im Netz geht schnell verloren.

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