mobile Navigation

Album

Moiré-Effekt

Von: Christian Messikommer

02. Februar 2016

Messis Welt.

Im Moment überschlagen sich ja alle Medien zu den Performances von Künstlerinnen wie Milo Moiré oder Deborah De Robertis. Frauen, die für ihr Kunstschaffen keine lästigen Kleider benötigen. Vielleicht bin ich zu wenig kultiviert, aber ich kann im Treiben der Performerinnen keine Kunst erkennen. Das liegt möglicherweise daran, dass ich noch nie öffentlich versucht habe, nackt ein Farbei zu gebären oder meinen Schritt im Museum zu zeigen.

Wiedemauchsei – In meiner kleinen Welt stelle ich die Damen in dieselbe mediengeile Ecke wie Reality-TV-Protagonisten und talent-freie Castingshowkandidaten. Mit dem kleinen Unterschied, dass die beiden Exhibitionistinnen über einen deutlich höheren IQ verfügen. So schaffen sie es, durch gezielte Provokation ihren Fetisch als Kunst zu verkaufen und sind – auch dank gefälligem Wuchs – Liebkind der Weltpressefotografen. Ihr Erscheinen in seriösen Medien legitimiert dem Feuilleton-Leser den Konsum der Aktbilder, was wiederum den Marktwert der Damen steigert. Ganz schön gewieft, gelle? Nichtsdestotrotz, oder gerade deshalb, halte ich die beiden nicht für Vorbilder sondern eher für Vorlagen.

Christian Messikommer ist Journalist, verheiratet und Vater zweier Töchter.

Sind Sie bei Facebook? Werden Sie Fan vom Tagblatt der Stadt Zürich!

zurück zu Album

Artikel bewerten

Gefällt mir 3 ·  
5.0 von 5

Leserkommentare

René Kunst - Wiedemauchsei ... und ...gefälliger Wuchs... gefallen mir sehr gut. Immerweiterso

Vor 4 Jahren 3 Monaten  · 
Noch nicht bewertet.