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Album

Zurück an den Herd

Von: Rita Angelone

14. Juli 2015

Es wurde viel darüber geschrieben in letzter Zeit: Frauen würden in der Berufswelt immer noch diskriminiert, das klassische Ernährer­modell – der Mann verdient das Geld, die Frau steigt aus dem Job aus – setze sich wieder vermehrt durch, das Vereinbarkeitsmodell funktioniere nicht und das Wichtigste: Mütter schafften den Spagat zwischen Familie und Beruf nicht mehr, sie wollten ihn auch gar nicht mehr schaffen. Deshalb kehrten sie immer öfter ihrem Beruf den Rücken und würden wieder Vollzeit-Mamis.

Ich habs auch getan. Ja, Sie lesen richtig: Ich habe meinen Job, also meinen «richtigen» Job, den ich zusätzlich zum Mutter- und Hausfrausein ausübte, an den Nagel gehängt. Weshalb? Wollen Sie hören, dass ich diskriminiert wurde, dass es keine Vereinbarkeit zwischen Familie und Beruf gibt, dass ich den Spagat nicht schaffte oder dass ich ohnehin nie wirklich arbeiten wollte.

Nichts von dem kann ich als Grund ins Feld führen. Oder vielleicht doch von allem ein bisschen? Ich kann Ihnen nicht schlüssig erklären, was letztlich den Ausschlag für diesen Entscheid gegeben hat, weil ich es selbst nicht ganz genau weiss. Was ich aber weiss, ist Folgendes: Wenn ich mich vor sieben Jahren noch so freute, zwei, drei Tage die Woche die Familie hinter mir lassen zu können, so freue ich mich heute auf jede Minute, die ich noch mit meinen immer schneller wach­senden Buben verbringen kann. Was im Übrigen nicht automatisch heisst, dass ich – Sie kennen mich ja – vollständig zurück an den Herd kehren und «nur» noch Hausfrau und Mutter sein werde. Sie dürfen also gespannt sein, was sich hinter dem «nur» so alles verbirgt. Doch zuerst heisst es: den Ferienbeginn und meine Auszeit in vollen Zügen geniessen!

Rita Angelone (47) hat zwei Kinder (9 und 7) und schreibt jede Woche über den ganz normalen Wahnsinn ihres Familienalltags.

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Leserkommentare

petra kreis - Glückwunsch zu dieser Entscheidung! Die Kinder wachsen so schnell und mit dem Schulsystem wird es dir nie langweilig ;-)

Vor 4 Jahren 10 Monaten  · 
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Nadja W. - Ich bewundere Deinen Mut!! Mir geht es seit ca 2 Jahren auch so....früher war ich froh um die 2-3 Tage auszeit und jetzt würd ich am liebsten zu Hause bleiben und "nur" Hausfrau sein. Einfach eine Auszeit geniesses und voll für meinen Sohn da zu
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Vor 4 Jahren 10 Monaten  · 
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Nicole Bertsch - Und die Väter? Warum redet niemand von ihnen? Ich finde es wichtig, dass sie auch am Alltag der Kinder teilnehmen können. Wenn die Väter mithelfen, den Familienalltag zu bewältigen und eben diesen Spagat auch machen, dann können ihn auch die Frauen leichter
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Vor 4 Jahren 10 Monaten  · 
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Rita Angelone - Liebe Nicole, dieses eine Mal geht es aber nicht um die Väter. Es geht nur um MICH und MEINEN Entscheid. Das Familienoberhaupt hat damit nichts zu tun - im Gegenteil: Er hat mich immer - wie in allen Dingen - wunderbar und beherzt unterstützt, DASS ich beides
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Vor 4 Jahren 10 Monaten  · 
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Nicole Bertsch - Es geht in Diskussionen beim Thema "Vereinbarkeit von Beruf und Familie" eben eigentlich NIE um die Väter. Es sind immer Mütter, die sagen, dass sie den Spagat nicht schaffen würden - oftmals (ich sage nicht, dass es bei euch so ist.....) weil
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Vor 4 Jahren 10 Monaten  · 
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