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Gut zu wissen

Musste in den 80er-Jahren jeder Zürcher Jugendliche haben: Walkman von Sony. Bild: PD

Der musikalische Mitläufer

Von: Sacha Beuth

20. August 2019

In der Serie «Nostalgische Fundstücke» stellt das «Tagblatt» Objekte, Unternehmen oder Berufe vor, die früher eine markante Rolle im Leben der Stadt und ihrer Bürger spielten, nun aber zum Leidwesen vieler verschwunden sind. Heute erinnert sich «Tagblatt»-Leser Urs Heinz Aerni (57) aus Albisrieden an den Walkman.

«Der Walkman ist ja Anfang der 80er-Jahre bei uns rausgekommen. In Zürich waren sie in jenen Tagen an allen Ecken der Stadt zu sehen. Ich bin damals vom Kanton Aargau in den Kreis 9 gezogen und habe mir sogleich ein solches Gerät zugelegt. An das Modell kann ich mich nicht mehr erinnern, es hat längst das Zeitliche gesegnet. Ich weiss aber noch, dass zum Walkman ein ­Bügelhörer mit Schaumstoffmuscheln gehörte. Und dass es Kassetten mit einer Spieldauer von 2-mal 30, 60 und 120 Minuten gab. Letztere waren allerdings nicht so optimal, da die langen Bänder schneller rissen oder einfädelten. Der Walkman diente mir als unterhaltender «Mitläufer» beim Spazieren oder musikalischer Begleiter beim Zugfahren. Sein Vorteil gegenüber den heutigen MP3-Playern liegt meines Erachtens darin, dass man mit dem Walkman bewusster Musik gehört hat als heute. Man konnte nicht zappen, sondern nur das hören, was man mitgenommen hatte. Für mich wäre es durchaus wieder einen Versuch wert, so ein Ding zu benutzen. Allerdings müsste ich mir dann nicht nur das Gerät selbst, sondern auch Kassetten kaufen. Die letzten habe ich vor gut einem Jahr weggeschmissen.»

Der erste Walkman von Sony, das Modell TPS-L2, kam 1979 auf den Markt und wurde zum Synonym für einen portablen Kassettenspieler und zum Statussymbol vieler Jugendlicher in den 80er-Jahren. Bis 2010 verkaufte der japanische Elektronikkonzern über 330 Millionen Walkmen, ehe die Produktion eingestellt wurde. Kassetten wurden kaum mehr gehört, portable CD-Player und anschliessend MP3-Player hatten dem Walkman den Rang abgelaufen.

Das «Tagblatt» bedankt sich bei Urs Heinz Aerni für seinen Beitrag mit einem original «Tagblatt»-Kugelschreiber von Caran d’Ache und hofft auf weitere Vorschläge für diese Serie.

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