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Gut zu wissen

Nach der Schlacht von Solferino 1859 kamen die Konfliktparteien im Zürcher Rathaus zusammen und unterzeichneten einen definitiven Friedensvertrag. Bild: PD

Der vergessene Friedensschluss

Von: Jan Strobel

22. Mai 2013

Der Friede von Zürich legte 1859 den Grundstein für die Entstehung des modernen Italien.

Auch Zürich befindet sich derzeit im Wagner-Fieber. Die Musikwelt feiert den 200. Geburtstag des wahnhaften Komponisten. Da geht ein anderes, etwas lebensfroheres Genie ziemlich unter: Giuseppe Verdi, Wagners Altersgenosse.

Mit Zürich hat er, biografisch betrachtet, natürlich wenig zu tun. Anders sieht das mit seinem historischen Hintergrund aus. Verdi schrieb gewissermassen die Musik zur italienischen Staatsgründung, zur Epoche des Risorgimento, in der sich aus den zahlreichen Kleinstaaten auf dem Stiefel eine einheitliche Nation bildete.

Dieses für das politische Europa überaus einschneidende Ereignis erhielt wiederum in Zürich den entscheidenden Impuls. Im Rathaus am Limmatquai wurde Italien mit dem Frieden von Zürich 1859 eigentlich erst richtig geboren. Am 10. November kamen hier die Vertreter von Österreich, Frankreich und Sardinien zusammen, um dem vorangegangenen blutigen Krieg ein defintives Ende zu setzen. In der Schlacht von Solferino hatte Österreich eine Niederlage gegen die sardinischen und französischen Truppen einstecken müssen. In Zürich willigte das Kaisertum Österreich unter anderem in die Abtretung der Lombardei an Sardinien-Piemont ein.

Mit der Unterzeichnung des Vertrags war der wichtigste Grundstein für die Entstehung des modernen Italien gelegt. Trotz seiner Wichtigkeit für die politische Landschaft Europas ist dieses Zürcher Ereignis allerdings in der Stadt ziemlich in Vergessenheit geraten. Vielleicht könnte sich das in diesem Verdi-Jahr ändern. Immerhin wurde sein Name zum Symbol dieses italienischen Befreiungskrieges. V. E. R. D. I. bedeutete für Patrioten auch «Vittorio Emanuele Re D´Italia».

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