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Interview

Freut sich auf seine Auftritte in Zürich: Elvis-Imitator Grahame Patrick. Bild: PD

Der Mann, der den «King» wieder lebendig werden lässt

Von: Sacha Beuth

27. Dezember 2017

Das Volkshaus bringt am 5. und 6. Januar 2017 «Elvis – Das Musical» auf die Bühne. Hauptdarsteller ist der gebür­tige Ire Grahame Patrick (46), der viele Gemeinsamkeiten mit dem verstorbenen «King of Rock ’n’ Roll» aufweist – darunter die, jedes Mal das Publikum mit seiner Show und seinen Liedern beglücken zu wollen.

Obwohl Elvis Aaron Presley bereits vor 40 Jahren in Memphis verstarb, ist seine Anziehungskraft und Popularität ungebrochen. Das zeigt sich unter anderem an der Show «Elvis – Das Musical», die weltweit Erfolge feiert und nun auch in Zürich gastiert. Grahame Patrick imitiert dabei die Musiklegende in verblüffend authen­tischer Weise.

Wann haben Sie das erste Mal etwas von Elvis gehört oder gesehen?

Grahame Patrick: Das war, als ich etwa zwei oder drei Jahre alt war. Wir lebten damals noch in Irland, und am TV brachten Sie eine Dokumentation, die glaube ich «Elvis on Tour» hiess. Ich weiss zwar nicht mehr, welche Lieder er gesungen hat, aber ich erinnere mich noch genau, dass er ein blaues Kostüm trug und dass die Leute wie wild kreischten. Die Art, wie er ausgesehen hat und wie er gesungen hat, hatte etwas von einem Superhelden und hat mich tief berührt.

Was brachte Sie dazu, eine Karriere als Musiker einzuschlagen?

Ich habe schon immer gerne ge­sungen, lange bevor ich beschloss, ­Berufsmusiker zu werden und einer Band beitrat. Um welchen Stil es sich dabei handelt, war zweitrangig. Hauptsache, ich konnte das Publikum begeistern. Auch meine ersten Elvis-Songs habe ich in der Band vorgetragen und gemerkt, dass dies bei den Zuhörern sehr gut ankommt.

Und was bewog Sie dazu, als Elvis-Double Ihr Geld zu verdienen?

Als sich die Band auseinanderentwickelte und wir uns trennten, dachte ich: «Die Elvis-Songs fanden Anklang. Versuch es doch einfach mal als Elvis-Imitator.» Ich hab mir die Haare schwarz gefärbt und mein letztes Geld zusammengekratzt, um damit ein Kostüm zu kaufen, und hatte dann 1995 in einer Bar in ­Toronto meinen ersten Auftritt als Elvis. Ich tingelte einige Zeit durch die Bars und Clubs, bis ich an einer Party einen Las-Vegas-Produzenten kennen lernte, der mich vom Fleck weg engagierte und mir so den Durchbruch ermöglichte.

Was ist bei der Imitation von Elvis das Schwierigste?

Wenn man das Glück hat, dass man über eine ähnliche Stimme verfügt, dann würde ich sagen: seine Bewegungen eins zu eins rüberzubringen. Beckenkreisen, Schritte, Arme schwingen – als ich noch jünger war, fiel mir das leichter. Nach einer Show bin ich wie Elvis jeweils komplett nass geschwitzt und ziemlich fertig.

Was ist Ihr liebster Elvis-Song?

Puh, da fällt die Auswahl schwer. «Return to Sender» gehört sicher zu meinen Lieblingen, weil dies eines der ersten Lieder war, die ich von ihm hörte. Wenn ich mich entscheiden müsste, dann wohl für «I’m Leavin’», ein Song über das Verlassenwerden und die Einsamkeit.

Was ist so faszinierend an der ­Person Elvis Presley?

In erster Linie seine unvergleichliche Aura. Wenn er einen Raum betrat, dann drehten sich alle nach ihm um. Dann seine Grossherzigkeit, seine Natürlichkeit und sein Charme. Elvis hatte trotz seines Starstatus auch etwas Kumpelhaftes. Er schaffte es, dass ihn nicht nur Alt und Jung, sondern auch beide Geschlechter toll fanden. Die Mädchen verliebten sich in ihn, die jungen Männer wollten so sein wie er und kopierten ­seinen Stil.

Sie spielen nun schon seit mehreren Jahren Elvis. Können Sie Ihre Rolle immer noch gut von Ihrem Privatleben trennen?

Absolut. Zwar bringe ich Elvis viel Bewunderung und Respekt entgegen, aber ich will nicht so sein wie er. Ich habe meine eigenen Schwächen und Stärken. Klar gibt es Gemeinsamkeiten, etwa die Liebe zur Musik, die Nervosität vor den Auftritten und der Wunsch, das Publikum zu beglücken. Aber es gibt auch einiges, das uns unterscheidet. Der grösste Unterschied ist sicher der, dass ich wohl nie so viel Geld haben werde und mein Haus wesentlich kleiner ist als seins. (lacht) Und ich habe keine Vorliebe für Erdnussbutter-Bananen-Sandwiches. Allerdings muss ich gestehen, dass ich auch noch nie eins probiert haben.

Was würden Sie Elvis sagen oder fragen, wenn er noch leben und Sie ihm begegnen würden?

Ich würde ihn fragen, was ihn so unglücklich gemacht und die Leidenschaft für das Leben genommen hat? War es der Druck? Oder waren es die Drogen? Und es wäre spannend herauszufinden, ob wir uns gegenseitig sympathisch wären oder ob es – vielleicht wegen unterschiedlicher politischer Ansichten – zwischen uns krachen würde.

Zur Person

Grahame Patrick kommt 1971 in Dublin zur Welt und verbringt dort auch seine ersten Lebensjahre. Als Jugendlicher zieht er mit seinen Eltern nach Toronto und entscheidet sich, wie sein Vater eine Karriere als Berufsmusiker einzuschlagen. Anfang der 90er-Jahre spielt er in einer Band und hat auch erste Auftritte als Elvis-Double. Nach seinem Durchbruch in Las Vegas tritt er in vielen Shows in Europa und den USA auf und gilt inzwischen als einer der weltbesten Elvis-Imitatoren.

Tickets zu gewinnen!

«Elvis – das Musical» gastiert am 5. und 6. Januar 2018 im Volkshaus. Die Shows beginnen jeweils um 20 Uhr und dauern etwa zwei Stunden. Tickets gibts unter www.ticketcorner.ch. Das «Tagblatt» verlost für die Aufführung vom Freitag, 5. Januar, 2 × 2 Tickets. Schreiben Sie uns ein E-Mail mit Namen, Adresse, Telefon, E-Mail-Adresse und Betreff King Elvis an: gewinn@tagblattzuerich.ch

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