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Interview

Sie weiss, was sie will, er weiss, was er zu geben hat: Walter und Irina Beller, das schillerndste Paar Zürichs. Bild: Geri Born

Die Ehe als Fulltimejob

Von: Maja Zivadinovic

17. Oktober 2017

Vom ersten Treffen bis zum ersten Date hat es bei Walter und Irina Beller drei Monate gedauert. In der Zwischenzeit sind bereits 21 Jahre vergangen. Das Geheimnis der Liebe zwischen dem Millionär und seiner Gattin? Leben und leben lassen.

Was ging Ihnen durch den Kopf, als Sie sich zum ersten Mal gegenüberstanden?
Walter Beller: Ich sah die schöne Irina am letzten Modeball an der Bar im Dolder. Sie war mit ihrem damaligen Freund da. Ich ­betrachtete ihn und war mir sicher: Diese ­elegante Frau da passt sehr viel besser an meine als an seine Seite.

Irina Beller: Walter fiel vor allem meinem Freund auf. Der regte sich darüber auf, dass mich Walter so fixierte wie eine Schlange eine Maus. Als mein Partner dann rauchen ging, sprach mich Walter an und gab mir ­seine Visitenkarte.

Was geschah zwischen diesem Abend und dem ersten Date?
Irina: Da mein damaliger Freund verheiratet war, stellte ihm seine Frau ein Ultimatum. Er entschied sich für seine Frau. Da fiel mir dieser Walter aus dem Dolder ein. Ich war mir sicher, dass er sich gar nicht mehr an mich erinnern wird.

Walter: Ich wusste sehr genau, wer sie ist. Als sie sich meldete, freute ich mich riesig. Wir trafen uns zum Dinner in der Casa Aurelio an der Langstrasse. Ich wollte Irina noch an ­diesem Abend mit zu mir nach Hause ­nehmen, hatte aber keine Chance. Irina war lange zurückhaltend.

Erinnern Sie sich an den Moment, als Sie sich richtig in Ihren Partner verliebten?
Walter: Das ging schnell bei mir. Ich weiss, wer ich bin, was ich habe und was ich will.

Irina: Bei mir hat das länger gedauert. Ich bin ein Freigeist, der viel Raum für sich braucht. Erst als mich Walter zuerst ins Tessin und dann nach Thailand in die Ferien einlud und mir sagte, dass er mit mir zusammen um das Sorgerecht meiner damals einjährigen Tochter kämpfen will, hat es bei mir Klick ­gemacht.

Böse Zungen behaupten, dass Sie nur ein Paar sind, weil Walter ein Millionär ist, der sich eine viel jüngere und schöne Frau leisten kann.

Irina: Wer uns kennt, weiss, dass das nicht der Fall ist. Die Hälfte von Walters Vermögen
gehört schon lange mir. Ich hätte selbst dann ausgesorgt, wenn ich meinen «Specki» verlassen würde.

Walter: Das sind wahrscheinlich die gleichen Menschen, die behaupten, dass wir kein Sexleben haben, nur weil wir in getrennten Schlafzimmern schlafen. So ein Seich.

Apropos Sex: Wie wichtig ist Ihnen dieser?
Beide: Sehr wichtig!

Walter: Gerade heute Morgen schlüpfte Irina zu mir unter die Decke.

Irina: Richtig. Manchmal kommt aber auch Walter zu mir. Immer, wenn er im Türrahmen steht, weiss unsere Hündin Cara, die bei mir schläft, dass sie ihren Platz in meinem Bett räumen muss.

Sie sind seit über 20 Jahren zusammen. ­Waren Sie immer monogam?
Irina: Sowohl Walter als auch ich sind der Meinung, dass ein Seitensprung nicht zwingend das Ende einer Beziehung bedeuten muss.

Walter: Richtig. Man muss leben und leben lassen. Und man muss sich akzeptieren, tolerieren und respektieren. Und sich immer noch zueinander hingezogen fühlen. Ich schaue meine Frau nach über 20 Jahren immer noch sehr gerne an, weil ich sie so sexy finde. Das können nicht viele behaupten.

Was für eine Streitkultur pflegen Sie?
Walter: Früher waren wir wilder, lauter, impulsiver.

Irina: Oh ja. Manchmal kam es vor, dass Walter drei Tage kein Wort mit mir sprach. Wir waren uns heute schon mindestens 30-mal nicht einig. Aber das sind sehr schnelle und schmerzfreie Konfrontationen.

Wieso geraten Sie aneinander?
Walter: Irina ist sehr chaotisch. Und sie ist eine Diva. Wenn es nicht nach ihrem Kopf läuft, wird sie unausstehlich. Unser Hund Cara tickt genau gleich. Ich habe jetzt zwei zickige Frauen daheim.

Irina: Walter redet mir oft ein schlechtes ­Gewissen ein. Das macht mich sauer.

Hand aufs Herz: Wie gross ist die Rolle, die das Geld in Ihrer Beziehung spielt?
Walter: Nun, man kann eigentlich nie genug Geld haben. Wir verfügen aber über genügend davon, um uns viele schöne Sachen leisten zu können. Was wir auch tun. Gutes Essen, tolle Ferien, prickelnder Champagner, wir stehen beide auf diesen Lifestyle.

Irina: In bin in den letzten Jahren sparsamer geworden. Auch lasse ich mir von Walter unsere Finanzen und unser ganzes Hab und Gut erklären. Ich will keine dieser Frauen sein, die ahnungslos da stehen, falls dem Mann etwas passiert. Walter wird nächstes Jahr 70. Da macht man sich Gedanken.

Was wünscht man sich noch, wenn man sich alles kaufen kann?
Walter: Gesundheit.

Irina: Liebe, Gesundheit, Zeit. Ich habe den Luxus, mir sehr viel Zeit für meine sechsjährige Nichte nehmen zu können, zu der ich ein sehr inniges Verhältnis habe.

Wofür wollen Sie sich beieinander entschuldigen?
Irina: Ich kritisiere Walter sehr oft. Das ist nicht immer gerechtfertigt und tut mir leid.

Walter: Ich bin fast perfekt und muss mich für rein gar nichts entschuldigen.

Irina: Komm schon, sei ehrlich. Und überleg. Bist du sicher, dass es da nichts gibt?

Walter: Schätzli, da bin ich mir sogar sehr ­sicher.

Irina: In solchen Momenten machst du mich sauer.

Walter: Also gut, es tut mir leid, dass du manchmal mein Bett machen musst.

Würden Sie sich noch einmal heiraten?
Irina: Auch wenn die Ehe ein Fulltimejob ist: Ich habe in all den Jahren keinen Mann ­getroffen, der besser zu mir passt als Walter. Also ja.

Walter: Ja.

Gut zu wissen: Irina und Walter Beller
Irina Beller kommt am 25. Mai 1972 als Tochter eines russischen Diplomaten und einer Französischlehrerin zur Welt. Irina wächst die ersten Jahre als Einzelkind in Russland und Ostdeutschland auf. Im Alter von elf Jahren erlebt sie den «glücklichsten Moment» ihres Lebens: die Geburt ihrer Schwester. Später studiert Beller an der Universität in Moskau Filmwissenschaft. Im Alter von 18 Jahren heiratet Beller ihren ersten Mann und zieht nach Lettland. Den Abschluss ihres Studiums schafft sie mittels Fernstudium.

Walter Beller erblickt am 21. Februar 1948 das Licht der Welt. Beller wächst mit seiner älteren Schwester und seinen Eltern als Arbeitersohn im Zürcher Kreis 4 auf, mit dem er heute noch tief verwurzelt ist. Sein Vermögen in Millionenhöhe hat sich Beller hart erarbeitet. Als Baulöwe und Unternehmer hat er unter anderem das Casino Zürich gebaut. «Das meiste Geld aber mache ich im Schlaf, wenn die Mieten meiner Liegenschaften kommen», sagt er über sein Business heute.

Die Bellers gelten als das schrillste Paar der Zürcher High Society. Die beiden lernen sich 1997 am Modeball im Dolder kennen. Knapp ein halbes Jahr später sind sie ein Paar, die Hochzeit folgt im Jahr 2000. Irina hat eine Tochter aus einer früheren Ehe. Beller ist Vater einer Tochter und eines Sohnes. Ihr gemeinsames Familienglück krönt seit zwei Jahren die Cane-Corso-Hündin Cara.

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Leserkommentare

Gabriella Skultethy - Ein Super inteligent ,krativ, glückliches Partnerschaft und liebevolle Ehepaar.Noch paar gemeinsame Jahrrzenten wünsche ich Ihnen!

Vor 1 Jahr 1 Monat  · 
Noch nicht bewertet.