mobile Navigation

Interview

«Von der Schweizer Nati erwarte ich zumindest die Achtelfinalqualifikation»: Manuel Köng, SRF-Kommentator. Bild: SRF/Ueli Christoffel

«Ein Traum ging in Erfüllung»

Von: Sacha Beuth

29. Mai 2018

FUSSBALL-WM Seine ersten Sporen als Livekommentator bei SRF verdiente sich der Zürcher Manuel Köng (33) beim Biathlon. Nun darf er erstmals von einer Fussball-WM berichten. In Russland wird sein Herz nicht nur für die Schweiz, sondern auch für Brasilien schlagen.

Sie dürfen in Russland für SRF erstmals die Spiele einer Fussball-WM kommentieren. Was ist das für ein Gefühl?

Manuel Köng: Ich bin schon ganz kribbelig und voller Vorfreude. Für mich ist damit ein Traum in Erfüllung gegangen. Wie für die Fussballer selbst ist es auch für einen Fussballkommentator das Grösste, an einer WM teilnehmen zu dürfen.

Was bereitet Ihnen im Hinblick auf Ihre Zeit in Russland am meisten Kopfzerbrechen?

Die grossen Distanzen zwischen den Spielstätten. Das bedeutet, dass ich wenig Vorbereitungszeit vor Ort haben werde und Dossiers über Spieler schon vorher anlegen muss. Eine Herausforderung wird sicher auch sein, jedes Mal einen guten Einstieg zu finden. Der ist in unserem Metier die halbe Miete für eine gelungene Livereportage.

Wissen Sie schon, welche Spiele Sie kommentieren werden?

Ja. Es werden acht Gruppenspiele und zwei Achtelfinals – am 1. und am 3. Juli – sein. Den Anfang macht Argentinien gegen Island am Samstag, 16. Juni. Und mit Costa Rica gegen Serbien und Serbien gegen Brasilien habe ich auch zwei Spiele aus der «Schweizer» Gruppe E, wenn auch kein Spiel der Schweizer Mannschaft.

Nicht enttäuscht deswegen?

Nein. Es war mir von Anfang an klar, dass die erfahreneren Kollegen für die Partien der Schweiz und für die Halbfinals vorgezogen werden. In erster Linie freue ich mich, dass ich als einer von vier Kommentatoren nach Russland reisen kann.

Wie weit kommt die Schweiz?

Ich erwarte zumindest die Achtel­finalqualifikation. Schaut man sich die Qualität und Stabilität des Teams an, dann muss ich sagen, dass die Chancen, noch mehr zu erreichen, noch nie so gut waren wie jetzt.

Und wer wird Weltmeister?

Ich tippe auf Brasilien. Unter Nationalcoach Tite überzeugt die Seleção nicht nur wie gewohnt in der Offensive, sondern ist auch defensiv sehr stark geworden. Zudem schlägt ein Teil meines Herzens für das Land, da mein Vater dort geboren wurde.

 

Zur Person

Manuel Köng, geboren am 15. Mai 1983 in Zürich, hat brasilianische Wurzeln und ist Vater einer acht Monate alten Tochter. Er studierte von 2003 bis 2008 Medien- und Kommunikationswissenschaften an der Uni Freiburg. Seit 2006 arbeitet er für SRF. 2015 gab er bei einer Biathlon-Übertragung seinen Einstand als Kommentator. Im Herbst 2016 wurde ihm auch die «Königsdisziplin» Fussball anvertraut.

Fussball-WM im «Tagblatt»

Die 21. Endrunde der Fussball-WM wird vom 14. Juni bis zum 15. Juli 2018 in Russland ausgetragen. 32 Nationalteams nehmen daran teil, darunter auch dasjenige der Schweiz. Das «Tagblatt» nutzt die Gelegenheit für eine dreiteilige Vorschau, die Zürcher Aspekte mit dem Thema Weltmeisterschaft und Russland verbindet. Den Anfang macht obiges Interview mit SRF-Reporter Manuel Köng. Nächsten Mittwoch folgt ein Beitrag zu «Russland in Zürich» sowie ein Artikel zu den Partien in Zürich während der WM 1954. 

zurück zu Interview

Artikel bewerten

Gefällt mir 3 ·  
Noch nicht bewertet.

Leserkommentare

Keine Kommentare