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Interview

"Ich glaube, Blondinen haben es wirklich einfacher im Leben"

Von: Janine Grünenwald

06. März 2013

125 Frauen und Männer sitzen im Gemeinderat der Stadt Zürich. Wie ticken unserer Parlamentarier? Diese Woche mit Linda Bär, SP.

Tagblatt der Stadt Zürich: Welches ist Ihr Lieblingscafé in Zürich?

Linda Bär: Das My Place an der Hottingerstrasse. Es ist das coolste Café im Umkreis von 200 Metern zu meiner Wohnung. Man isst hier sehr gut, und das Café ist schön eingerichtet. Natürlich habe ich auch noch andere Lieblingslokale. Vom Kafischnaps in Unterstrass/Wipkingen über die Langstrasse bis zum Z in Wiedikon.

Was geht Ihnen in Zürich besonders auf den Keks?

Bär: Die Autos.

Sie machen eine Schönheitsoperation. Was würden Sie ändern und warum?

Bär: Ich würde aus mir eine Blondine machen lassen. Ich glaube, Blondinen haben es wirklich einfacher im Leben. Ihnen wird zum Beispiel sogar in der SVP ein Burn-out verziehen.

Wer ist Ihr liebster politischer Gegner und warum?

Bär: Am liebsten sind mir parteiinterne Auseinandersetzungen und das Ringen um Positionen, weil von allen, die sich rechts von mir bewegen, kann ich nur schwer sagen, dass ich sie lieb habe.

Wer ist Ihr Vorbild oder Kindheitsheld?

Bär: Die rote Zora.

Wann haben Sie das letzte Mal einen über den Durst getrunken?

Bär: Alkohol trinkt man doch nie nur gegen den Durst.

Wann haben Sie zum letzten Mal geweint?

Bär: Ich habe oft geweint letztes Jahr, mein Vater ist viel zu früh gestorben.

Was ist Ihnen heilig?

Bär: «Heilig» brauche ich höchstens zum Fluchen.

Glauben Sie an Gott?

Bär: Nein.

Welches ist Ihre Lieblingsband?

Bär: In meiner Jugend geprägt haben mich Die Ärzte. Momentan höre ich sehr gerne C2C, Bombay Bicycle Club oder Citizen Cope.

Geben Sie einem Bettler Geld?

Bär: Manchmal. Wenn er kreativ bettelt.

Sex ohne Liebe. Was halten Sie davon?

Bär: Das sollte ja nichts Verwerfliches mehr sein.

Sie gehen mit Ihrem Partner fein essen. Was darf es höchstens kosten?

Bär: Ich bin Studentin, das heisst ein armer Schlucker. Also etwa 50 Franken pro Person – ausser natürlich, er zahlt.

Wer ist für Sie der bedeutendste Zürcher?

Bär: Herr und Frau Müller, also Hans und Anna Müller aus der 80er-Bewegung. Ich glaube, so etwas bräuchte Zürich heute wieder.

Von welchem Beruf träumten Sie als Kind?

Bär: Ich wollte Anwältin werden.

Sie sind einen Tag lang Königin der Schweiz. Welches Gesetz würden Sie einführen?

Bär: Ich würde den Reichtum zu den Menschen rückverteilen, die ihn geschaffen haben. Wenn der Reichtum wirklich gerecht verteilt ist, dann ist das die Basis für eine echte Demokratie, in der die Menschen das Sagen haben und nicht mehr das Geld und die Wirtschaft.

Was haben Sie bis heute leider noch nicht gemacht?

Bär: Zürich zur Hauptstadt der Schweiz ernannt.

Was bereuen Sie?

Bär: Ich bereue viele kleine, wahrscheinlich unwichtige Dinge.

Welche ist Ihre Lieblingsapp?

Bär: Whatsapp

Wohin wollten Sie schon immer mal verreisen?

Bär: Nach Afrika.

Wovor fürchten Sie sich?

Bär: Ich habe Angst davor, dass der Fremdenhass noch grösser, noch salonfähiger wird und sich in den Köpfen der Menschen festsetzt.

Was wäre Ihre Henkersmahlzeit?

Bär: Ich würde mich von meiner Mutter bekochen lassen. Obschon sie bestimmt überhaupt keine Freude hätte, mir meine Henkersmahlzeit zuzubereiten.

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