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Interview

Patent Ochsner macht sie glücklich und traurig zugleich: Anna Kaenzig. Bild: Lukas Mäder

"Ich glaubte, Gott sehe aus wie Léon Huber"

Von: Jan Strobel

13. Januar 2015

Indiskretes Interview: Heute mit Sängerin Anna Kaenzig. Hier erfahren Sie, welche futuristischen Träume sie hat und welche Männer bei ihr definitiv hoch im Kurs stehen.

Welche Musik macht Sie glücklich, welche stimmt Sie traurig?

Alles von Patent Ochsner.

Wem möchten Sie lieber nie begegnen, wem unbedingt? Weshalb.

Ich möchte gerne dem Menschen begegnen, der meinen Velosattel geklaut hat, weil ich ihn sehr gerne wieder zurück hätte. Nie mehr möchte ich meinen ehemaligen Mathelehrern begegnen, es wäre zu peinlich – für mich.

Wo werden Sie am liebsten berührt, wo am wenigsten gern?

Bei Fremden halte ich es mit dem Berühren etwa so wie MC Hammer im Song «U Can’t Touch This». Falls ich mal jemandem im Weg stehen sollte, oder mich im Kinosessel kleiner machen soll, darf man mir aber dezent auf die Schulter tippen.

Was ist Ihr grösster Traum, was Ihr schlimmster Albtraum?

Mein grösster Traum: ein Duett mit John Mayer. Mein grösster Albtraum; Dass just in diesem Moment, falls es dann wirklich dazu kommen sollte, vor lauter Aufregung meine Stimme versagen würde.

Welchen Politiker mögen Sie am meisten, und welchem würden Sie gerne mal Ihre Meinung sagen?

Ich mag Politiker, die pro Velo, pro Kultursubventionen und pro bezahl­bare Wohnungen sind. Jene, die Hass schüren und sich nicht für eine offene und tolerante Schweiz starkmachen, mag ich nicht.

Wenn Sie die Macht hätten, in Zürich allein Entscheidungen zu treffen, was würden Sie sofort einführen, was sofort abschaffen?

Ich bin für die Erschaffung eines futuristischen Hoch-Veloweges in Zürichs Lüften. Nur da, fernab vom Verkehr, wäre man als Velofahrer wirklich sicher. Abschaffen würde ich die zivilen Tram- und Buskontrolleure. Auch wenn ich ein Ticket habe, rutscht mir jedes Mal vor Schreck das Herz in die Hose, wenn sich der Quertaschen tragende Alibi-Tramfahrer vor mir plötzlich als Billettkontrolleur zu erkennen gibt und mit fester Stimmer sein «Billett vorwiise bitte» durchs Tram schmettert.

Welche sind für Sie die besten Seiten des Mannes, welche die nervigsten?

Die Mischung machts aus. Wenn ein Mann gut kochen kann, im Notfall in der Lage ist, einen Baum zu fällen, weiss, dass Chet Baker keine amerikanische Brotback-Kette ist und ein Skateboard unter den Füssen hat, dann steht er bei mir schon sehr hoch im Kurs.

Wie sind Sie betrunken? Und wie sind Sie nüchtern?

Betrunken bin ich sehr multilingual und kann tiefschürfende Konversationen in Sprachen halten, von denen ich gar nicht wusste, dass ich sie beherrsche. Nüchtern kann ich mich sehr gut über krakeelende Betrunkene neben mir aufregen und darüber sinnieren, ob ich betrunken wohl auch so nervig bin.

Glauben Sie an Gott? Gibt es den Teufel?

Weder noch. Als ich noch klein war, hab ich aber geglaubt, dass Gott wohl so aussehen würde wie der ehemalige «Tagesschau»-Sprecher Léon Huber. Ich war davon überzeugt, dass, wenn es einen Gott geben sollte, er sicher diese Frisur tragen würde.

Was bringt Sie zum Lachen, was zum Weinen?

Schöne Songs.

ZUR PERSON: 2011 sorgte die Sängerin Anna Kaenzig mit ihrem Debütalbum «Four Acres and no Horses» für Furore in der Schweizer Musiklandschaft. Es folgten Auftritte am Zermatt Unplugged oder im renommierten Jazzclub Moods. Im Februar 2013 veröffentlichte sie ihr zweites Album «Slideshow Seasons» in Zusammenarbeit mit Luk Zimmermann von Lunik. Die neuen Songs klingen nach Folk und etwas Country.
www.annakaenzig.ch

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