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Interview

Marco Denoth im Huusmaa. Sein Mann hat das Lokal damals mit eröffnet.

"Ich würde Zürich gern ans Meer verlegen"

Von: Janine Grünenwald

25. März 2014

INDISKRETES INTERVIEW Heute mit Marco Denoth, Gemeinderat SP. Hier erfahren Sie, warum er Emilie Lieberherr bewundert, und was er tut, wenn er einen unerträglichen Gedanken hat.

Tagblatt der Stadt Zürich: Welches ist Ihr Lieblingslokal in Zürich?

Marco Denoth: Der Huusmaa an der Badenerstrasse. Mein Mann hat dieses Lokal zusammen mit einem Freund eröffnet. Dadurch habe ich in diesem Raum auch ein paar Dinge mitgestaltet, etwa die Bar. Mein Herz hängt noch immer sehr an diesem Projekt, auch wenn mein Mann mittlerweile ausgestiegen ist.

Was würden Sie in Zürich ändern?

Politisch versuche ich natürlich immer etwas zu ändern. Aber total träumerisch gesehen, würde ich Zürich gern ans Meer verlegen. Oder der Stadt zu einer eigenen Wassershow mit einem riesigen Wasserspiel im See verhelfen.

Was würden Sie als Erstes aus Ihrem brennenden Haus retten?

Meinen Mann natürlich. Sonst ist bei mir alles ersetzbar oder an einem sicheren Ort gelagert.

Wer ist Ihr Vorbild oder Kindheitsheld?

In meinem Leben gab und gibt es weder Helden noch Vorbilder. Ich finde es viel spannender, von Menschen gewisse Eigenschaften zu übernehmen.

Wann haben Sie zum letzten Mal ­einen über den Durst getrunken?

Kürzlich, in meinen Ferien in Südafrika.

Haben Sie schon einmal Drogen konsumiert?

Früher habe ich mal Kiffen ausprobiert, aber einmal ist es mir so eingefahren, dass ich seither nie mehr einen Joint angefasst habe. Das hat meine Haltung zum Kiffen beeinflusst.

Wann haben Sie zuletzt geweint?

Ich kann bei einem bewegenden Film weinen oder wenn ich einen unerträglichen Gedanken habe.

Glauben Sie an Gott?

Ich glaube an eine Macht, die versucht, Menschen im guten Handeln zu steuern und probiere auch, nach diesem Bild zu leben.

Wer ist Ihr Lieblingsmusiker?

Wir nehmen immer eine CD mit in die Ferien. Wenn man die Musik dann zu Hause hört, ist man in Gedanken wieder an den Orten, die man besucht hat. Auf unserer Südafrikareise war das die CD von Woodkid. Deswegen mag ich seine Musik gerade sehr gern.

Wo liegt für Sie die Obergrenze eines vertretbaren Jahresgehalts?

Die 1:12-Initaitve der Juso wäre eine gute Regelung gewesen. Und es muss ein ethisch vertretbares Produkt zu einem fairen Preis verkauft werden, hinter dem eine Leistung steht. Wenn jemand diese beiden Punkte erfüllt, kann er von mir aus so viel verdienen, wie er will.

Sie gehen mit Ihrem Mann fein essen. Was darf es höchstens kosten?

Da gibt es keine Grenze. Wenn die Qualität stimmt, dann bin ich auch bereit, dafür den entsprechenden Preis zu bezahlen.

Welche Zürcherin hätten Sie gern mal persönlich getroffen?

Emilie Lieberherr. Ich finde es toll, was sie für die Frauenbewegung getan hat und wie sie mit ihrem Lesbischsein sehr offen und selbstverständlich umgegangen ist.

Von welchem Beruf träumten Sie als Kind?

Helipilot bei der Rega und Architekt. Architekt bin ich dann auch geworden.

Wohin wollten Sie schon immer mal verreisen?

Ich versuche, die Reiseziele, die ich habe, auch zu besuchen. Aber eine Expedition, sei es in die klirrende Kälte oder in den Dschungel – Hauptsache extrem –, würde ich schon sehr gern mal mitmachen.

Was wäre Ihre Henkersmahlzeit?

Capuns, zubereitet von meiner Mutter. Wichtiger als das Essen wäre mir aber, dass ich die Menschen um mich hätte, die mir wichtig sind.

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