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Interview

«Um den Schweizer Nachwuch steht es gut», sagt Art-on-Ice-Produzent Oliver Höner (u.) Alexia Paganini ist 4-fache Schweizermeisterin (l.) Bilder: Alberto Venzago/PD

"Wir bieten noch mehr Vielfalt"

24. Januar 2023

Art on Ice ist zurück. Vom 2. bis 5. Februar treffen sich auf dem Eis im Zürcher Hallenstadion die besten Eiskunstläuferinnen und Eiskunstläufer der Welt. Produzent Oliver Höner über Talente, Krise und Erfolg.

Die Besten sind am Start: Die gegenwärtigen Eistanz-Olympiasieger, 5-fachen Weltmeister und 5-fachen Europameister Gabriella Papadakis & Guillaume Cizeron reisen aus Frankreich an. Mit Vanessa James (Europameisterin) & Eric Radford (Weltmeister) sind die Bronze- Gewinner der letzten Weltmeisterschaften mit dabei. Schweizer Eislauf-Fans dürfen sich auf die 4-fache Schweizermeisterin Alexia Paganini freuen. Oliver Höner war früher selbst Eiskunstläufer und produziert die Schweizer Eiskunstlaufgala gemeinsam mit Reto Caviezel seit 25 Jahren.

Nach zwei Jahren pandemiebedingter Pause findet die Eisgala Art on Ice wieder statt. Wie laufen die Vorbereitungen?

Oliver Höner: Es ist ein langer Prozess, bis so eine Show zu Stande kommt. Derzeit ist alles sehr intensiv. Die Künstlerinnen und Künstler sind in Zürich für die letzte Phase der Proben und feilen an ihren Choreografien. Die Musikerinnen und Musiker wie unser Gast-Star Rag’n-Bone Man bringen sich mit ein und stimmen die Songs auf die Show ab. Neben Gjon’s Tears und der Schweizer Singer-Songwriterin Elle konnten wir auch Melanie C von den Spice Girls engagieren. Somit haben wir vier unterschiedliche Music-Acts am Start, was grossartig ist.

Corona hat die Branche verändert. Wird sich Art on Ice nach der Zwangspause noch einmal neu erfinden?

Auf jeden Fall. Wir bieten mehr Vielfalt in der Musik. Und wir bringen neue Eiskunstläuferinnen und Eisläufer, die noch nie bei Art on Ice zu sehen waren. Nicht nur die Erfolgreichsten, auch Nachwuchs-Hoffnungen, die bei uns eine Plattform erhalten. Der ZSC ist aus dem Hallenstadion ausgezogen, die Eisfläche wird extra für unsere Show aufbereitet. Auch der VIP-Bereich und die Bühne wurden noch mehr in die Halle integriert, wodurch sich Künstler und Publikum näher kommen. Auch beim Licht achten wir darauf, immer die neusten Technologien zu berücksichtigen. Licht ist entscheidend für das Gesamterlebnis.

Tickets, die für die Vorstellungen der letzten zwei Jahre gekauft wurden, behalten ihre Gültigkeit. Sind genügend vorhanden?

Ja. Die Tickets, die wegen Corona nicht eingelöst werden konnten, haben wir im System geblockt. Wir haben derzeit noch Plätze, aber wir rechnen damit, dass die Shows gut gebucht sein werden. Das Publikum hat wieder Lust, Veranstaltungen zu besuchen. Aber eine gewisse Zurückhaltung ist nach wie vor spürbar. Alles ist kurzfristiger geworden. Viele Leute entscheiden spontaner.

Schweizer Eislaufstars und Publikumslieblinge wie Stéphane Lambiel und Sarah Meier waren das Aushängeschild der Show. Beide sind inzwischen zurückgetreten. Wie stehts um den Schweizer Nachwuchs?

Gut! Alexia Paganini gehört als 4-fache Schweizermeisterin zu den erfolgreichsten Eiskunstläuferinnen des Landes. Wir freuen uns sehr, dass sie bei uns auftreten wird. Auch Kimmy Repond ist ein grosses Talent.

Mit dabei ist auch der US-amerikanische Junioren-Weltmeister Ilia Malinin. Der 17-Jährige hat als Erster in einem Wettkampf den Vierfach-Axel gestanden. Sie waren früher selbst Eiskunstläufer. Wie beurteilen Sie sein Talent?

Ilia schreibt mit seinen viereinhalb Umdrehungen Eiskunstlaufgeschichte. Er trainiert bereits für den fünffachen Axel, das ist der schwierigste Sprung überhaupt. Er hat extra Wettkämpfe abgesagt, um bei Art on Ice auftreten zu können. Es ist unvorstellbar, welche Leistungen junge Sportlerinnen und Sportler heute abliefern. Ilia hat eine ganz grosse Zukunft vor sich.

Erfolgreiche Eiskunstläuferinnen- und Läufer werden immer jünger. Sehen Sie diese Entwicklung problematisch?

Absolut, allein aufgrund der körperlichen Veränderungen in der Pubertät. Es ist wichtig, Gegensteuer zu geben. Der Weltverband hat das Mindestalter für Eiskunstläuferinnen und Eiskunstläufer auf Spitzenniveau von 15 auf 17 Jahre angehoben – das ist eine gute Entwicklung. Die Umstellung wird schrittweise erfolgen.

Russische Athleten wurden wegen dem Angriff auf die Ukraine von allen internationalen Wettkämpfen ausgeschlossen. Auch Sie verzichten auf russische Künstlerinnen und Künstler.

Ja, denn die russische Elite lebt und trainiert in Moskau. Die politische Situation ist nach wie vor schwierig. Zudem ist es uns wichtig, dass wir bestimmen, welche Läuferinnen und Läufer zu welchen Konditionen bei uns auftreten, unabhängig davon, was die Verbände wollen. Es gibt ja nicht nur russische Talente. Japan, Amerika, Kanada; das sind starke Nationen.

Art on Ice wurde mehrmals als beste Unterhaltungsshow der Welt ausgezeichnet. Warum dieser Erfolg?

Wir sind all die Jahre nie stehengeblieben, sondern haben die Show in allen Bereichen weiterentwickelt. Vor 25 Jahren waren viele technische Möglichkeiten natürlich noch nicht gegeben. Wenn man die Shows von damals und heute vergleicht, liegen Welten dazwischen. Nach wie vor muss eine gute Show Emotionen wecken, um die Leute zu begeistern.

Weitere Informationen: www.artonice.com

Tickets zu gewinnen!

Das «Tagblatt» verlost 3 x 2 Tickets für die Premiere von Art on Ice am 2. Februar im Hallenstadion Zürich. Schreiben Sie uns eine E-Mail mit Namen, Adresse, Telefon und dem Betreff Art on Ice an gewinn@tagblattzuerich.ch

 

 

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