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Das OK-Team der Disability Pride: Martin Egli, Veronica Conceicao und Mustafa Tasceken (v. l. n. r.). Bild: JS

"Auch die Street-Parade fing klein an"

Von: Jan Strobel

14. Juni 2016

Disability Pride: Zum ersten Mal in Europa wird in Zürich ein grosser Umzug für Menschen mit Behinderung stattfinden.

Am 29. Oktober 2016 wird die Zürcher City Schauplatz einer europaweiten Premiere. Mit der «Disability Pride» findet dann ein Umzug «zugunsten des Verständnisses gegenüber Menschen mit Behinderung» statt. Vorbild der Parade ist New York, wo die erste Pride 2015 in den Strassen Manhattans durchgeführt wurde und jetzt am 10. Juli erneut Hunderte  Menschen anziehen wird.

Für das dreiköpfige OK-Team des gemeinnützigen Vereins Disability Pride Zürich war klar: So etwas braucht es auch in der Schweiz. «Wir wollen zeigen, dass wir Teil dieser ­Gesellschaft sind, dass wir kein Mitleid nötig haben. Wir sind nicht die ‹armen Menschen im Rollstuhl›, sondern selbstbewusste, normale Mit­bürger», sagt Veronica Conceicao vom Organisationskomitee. «Die erste Ausgabe im Oktober wird noch im bescheidenen Rahmen durch­geführt», schiebt OK-Präsident Martin Egli nach. «Wir kochen das noch auf kleiner Flamme, da wir über kein Werbebudget verfügen. Es wird also nicht eine Technoparade oder ein Partyumzug, sondern vielmehr ein Spaziergang durch die Innenstadt, nach dem Motto: Hürden abbauen, Bewusstsein aufbauen.» Es gehe letztendlich auch darum, die Hemmung davor abzuschütteln, sich zu sehr zu exponieren.

Der Plan, eine eigene Pride für Menschen mit Behinderung in Zürich durchzuführen, geht auf einen geplatzten Traum zurück. 2014 wollten Veronica Conceicao und ihre Freunde an der Street-Parade mit einem eigenen Love-Mobile für behinderte Menschen teilnehmen. Das Anliegen wurde allerdings vom Verein Street-Parade abgelehnt. Neben Sicherheitsbedenken führten die Organisatoren damals die Menge an ­Anmeldungen ins Feld. Niemandem könne ein Love-Mobile garantiert werden. «Das war damals eine herbe Enttäuschung für uns», erinnert sich Veronica Conceicao. «Das Konzept stand bereits, selbst der mittlerweile verstorbene Künstler HR Giger ­hätte bei uns mitgemacht.» Mit der Disability Pride soll der Traum jetzt in kleinen Schritten wahr werden. Das OK-Team rechnet mit etwa 200 bis 300 Teilnehmern. «Auch die Street-Parade fing ja mal klein an», schmunzelt Martin Egli.

Alle Infos auf: www.disability-pride.ch
Das ehrenamtliche Projekt kann mit einer Spende unterstützt werden auf Postfinance-Konto 61-125827-1.

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Leserkommentare

Christina Heer - Ich fände es toll, wenn man bei der fb-Seite sehen könnte, wer sich "angemeldet" hat. Ausserdem fände ich es gut, wenn mit Betroffenen und anderen Behindertenorganisationen zusammen zu arbeiten

Vor 4 Jahren 3 Wochen  · 
Noch nicht bewertet.

Martin Egli - Liebe Christina
Den Aufbau von Facebook können wir leider nicht ändern. Unsere Seite zeigt nur die Anzahl der Sympathisanten, nicht aber wer sie sind. Diese Anregung musst Du also an Facebook selber adressieren.
Die zweite Anregung verstehen wir nicht ganz.
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Vor 4 Jahren 2 Wochen  · 
Noch nicht bewertet.