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Das wären die neuen Stadtgrenzen Zürichs nach einer Fusion mit Dietikon und Schlieren. Grafik: GRW

Der Traum vom neuen Gross-Zürich

Von: Jan Strobel

23. Februar 2016

Der Vorstoss zu einer Fusion Dietikons und Schlierens mit der Stadt Zürich löst bei manchem Zürcher Metropolen-Gelüste aus. Ein Gedankenspiel.

All jenen, die von einer richtigen Zürcher Metropole träumen,  sozusagen von einem Gross-Zürich des 21. Jahrhunderts, mochte der Vorstoss aus den beiden Limmattal-Gemeinden Dietikon und Schlieren wie ein lang ersehnter Weckruf vorgekommen sein: Der Dietiker Gemeinderat Ernst Joss (AL) und der Schlieremer Thomas Ragni (ebenfalls AL) brachten letzte Woche mit einem Postulat bzw. einer Einzelinitiative die Idee einer Fusion ihrer beiden Gemeinden mit der Stadt Zürich ins Gespräch. Der Siedlungsraum Zürich, so die Begründung, sei längst über die Stadtgrenzen hinausgewachsen. Überdies seien die beiden Limmattal-Städte von Entscheiden der Stadt Zürich genauso betroffen wie etwa Schwamendingen – ohne aber über ein Mitspracherecht zu verfügen. Schlieren, so die Idee, solle deshalb zum Kreis 13, Dietikon zum Kreis 14 werden. 

 Mit den beiden neuen Stadtkreisen würde Zürich, Stand heute, um rund 44 000 auf insgesamt rund 449 000 Einwohner anwachsen, hätte damit etwa die Grösse von Toulouse und würde mehr Einwohner zählen als Tel Aviv oder Miami. Die Fläche der Stadt würde um 16,21 Quadratkilometer zunehmen, das entspricht etwa der Grösse von Lies­tal. Die Stadt Zürich würde direkt an die aargauischen Gemeinden Bergdietikon und Spreitenbach grenzen. Mit Die­tikon und Schlieren wären zwei boomende Gebiete Teil der Stadt, die während der letzten Jahre besonders im Wohnungsbau eine rasante Entwicklung hingelegt haben. Der Boom manifestiert sich, selbstbewusst, im Dietiker Neubaugebiet mit dem 80 Meter hohen Limmat-Tower.

Die letzte Eingemeindung von zuvor selbstständigen Vororten fand 1934 statt. Damals fusionierten Albisrieden, Oerlikon, Seebach, Schwamendingen, Altstetten, Affoltern, Höngg und Witikon mit der Stadt, die schlagartig um 50 000 Einwohner wuchs. Zum ersten Mal überstieg eine Schweizer Stadt die 300 000-Einwohner-Marke.

Der Vorstoss aus dem Limmattal passt auch in den heutigen Zeitgeist: Gemeindefusionen liegen im Trend; allein 2015 verschwanden 38 Gemeinden von der Schweizer Landkarte, besonders in den Kantonen Graubünden und Tessin. Und 2010 schloss sich die Stadt Luzern mit der Vorortsgemeinde Littau zusammen. Im Kanton Zürich fusionierten 2015 Bauma und Sternenberg und auf den 1. Januar 2016 Illnau-Effretikon mit Kyburg.

Was würden Sie von einem solchen Gross-Zürich halten? Schreiben Sie es uns an:

echo@tagblattzuerich.ch

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Leserkommentare

Peter Egloff - Sieht ein wenig komisch aus so, man müsste dann am Besten noch die "andere" Seite der Limmat mit Oberengstringen, Weiningen und Oetwil ebenfalls eingemeinden und auf der anderen Seite auch Urdorf dazu nehmen, damit es nicht so einen seltsamen Korridor
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Vor 4 Jahren 4 Monaten  · 
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Rolf Hefti - Vermutlich wird die Stadt Zürich, wenn wir freiwillig oder unfreiwillig in die EU eingetreten sind, möglicherweise zu einem Stadtkanton werden. Die gegenwärtig 1.5 Millionen Einwohner entsprächen den Realität von heute. Natürlich müsste danach auch eine
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Vor 1 Jahr 4 Monaten  · 
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Paul Schön - KREIS 13 wird eher Dübendorf, da die Kreise im Uhrzeiger von der City ausgehen.
Und neben K12 ist Dübendorf was schon lange überfällig währe zu Zürich angegliedert zu werden.

Vor 1 Monat 2 Tagen  · 
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