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98 Prozent der Zürcher leben gerne in der Stadt. Bild: iStock

Die Stadt der Zufriedenen

Von: Clarissa Rohrbach

01. Dezember 2015

Trotz Verdichtung bekommt Zürich bei der Bevölkerungsbefragung 2015 gute Noten. Überraschend: die Hälfte der Zürcher meidet nachts die Langstrasse.

Die Zürcher sind glücklich. Oder wenigstens die grosse Mehrheit von ihnen. Laut der aktuellsten Bevölkerungsbefragung leben 98 Prozent der Befragten gerne in Zürich, das ist ein Prozent mehr als vor zwei Jahren. Die Lebensqualität in der Stadt bekam einen Notenschnitt von 5,24 auf einer Skala von 1 bis 6. Wobei diese im Seefeld und auf dem Zürichberg am höchsten, in Zürich-Nord hingegen am tiefsten eingeschätzt wurde. «Es freut uns sehr, dass es den meisten gut und immer besser geht», meint dazu Stadtpräsidentin Corine Mauch.


Die Befragung 2015 setzte einen besonderen Fokus auf die baulichen Veränderungen. Dies, weil die Wohnbevölkerung stetig wächst und eine Verdichtung der Stadt unvermeidlich ist. Für 79 Prozent der Befragten entwickelt sich Zürich in eine gute Richtung. Die Bautätigkeit der letzten Jahre hat für zwei Drittel die Stadt schöner und lebenswerter gemacht. Nur einem Drittel hat Zürich früher besser gefallen. Das denken vor allem über 60-jährige, nicht erwerbstätige Personen mit einem tiefen Einkommen. Einig sind sich hingegen zwei Drittel der gesamten Bevölkerung: die Neubauten sind für sie zu luxuriös.


Die Mieten sind für die Mehrheit der Befragten angemessen. 81 Prozent geben ihrer Wohnung die Note 5 oder 6. Ein Fünftel will in den nächsten zwei Jahren umziehen. Beim letzten Wohnungswechsel haben 80 Prozent selber gekündigt. Hat hingegen der Vermieter das Mietverhältnis beendet, war Renovation der häufigste Grund.


Die eigene wirtschaftliche Lage und die der Stadt schätzen die Befragten als «eher gut» ein. Die Mehrheit geht davon aus, dass sich daran nichts ändern wird. Die Zahl der Stadtbewohner mit Hochschulabschluss nimmt stetig zu. Auch im Trend ist Teilzeitarbeit, wobei dies bei Frauen doppelt so häufig vorkommt als bei Männern.


ÖV und Ausgang sind top
Der öffentliche Verkehr ist das meistgeschätzte Angebot der Stadt, gefolgt vom Ausgang. Ungenügende Noten hingegen erhielten das Wohnungs- und das Parkplatzangebot in der Innenstadt. 85 Prozent fühlen sich sicher, wenn sie nachts alleine in ihrem Quartier unterwegs sind, Männer mehr als Frauen. Rund die Hälfte vermeidet dann sicherheitshalber die Langstrasse. «Das liegt wohl am früheren schlechten Ruf der Langstrasse. Diese ist nicht unsicherer als jeder andere Ort in der Stadt», sagt André Bleiker vom Quartierverein Aussersihl-Hard.


Als das grösste Problem in Zürich gilt der Verkehr, an zweiter Stelle die Wohnungsprobleme. Die Sorgen um Kriminalität, Drogen und Ausländer haben abgenommen. Die Befragten schätzen das Engagement der Stadt für den Ausbau des ÖV und die öffentliche Sicherheit. Für die Förderung des Velofahrens hingegen werde zu wenig getan. So sind Velofahrer auch die unzufriedensten Verkehrsteilnehmer. Mit der Stadtverwaltung sind die Befragten zufrieden.


Die Stadtentwicklung misst mit der Befragung, wie zufrieden die Bevölkerung mit der Arbeit der Regierung ist. «Das Ziel des Stadtrats ist es, eine Stadt weiterzuentwickeln, in der die Menschen gerne leben, arbeiten, sich vergnügen», so Mauch.

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Leserkommentare

Markus Huber - Ja die Langstrasse, immer nachts abriegeln!

Vor 4 Jahren 7 Monaten  · 
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