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Die Löwenstrasse soll bald zur attraktiven Begegnungszone werden. Bild: JS

Hat Zürich bald einen neuen Boulevard?

Von: Jan Strobel

13. Oktober 2015

Löwenstrasse: Die kleine Schwester der Bahnhofstrasse soll attraktiver und zu einer Begegnungszone umgewandelt werden.

Löwenstrasse und Bahnhofstrasse: Wie ein Geschwisterpaar ziehen sie sich parallel zueinander durch die City. Doch während sich die Bahnhofstrasse als Luxusboulevard mit weltweiter Ausstrahlung präsentiert, befindet sich die Löwenstrasse daneben gewissermassen im Dauerschatten der grossen Schwester. «Die Löwenstrasse», findet der grünliberale Gemeinderat Sven Sobernheim, «wurde bisher vernachlässigt, und das Gewerbe hat zu kämpfen. Der einzige wirkliche Umsatzmotor ist die Migros-City. Dabei könnte die Strasse eine äusserst attraktive Alternative zur Bahnhofstrasse sein, ein schöner Boulevard, statt ein Schleichweg für Autofahrer.»

Im Sommer reichte Sobernheim zusammen mit Samuel Dubno ­deshalb ein Postulat ein. Die ­Löwenstrasse soll in eine Begegnungszone umgewandelt, der Stras­sen­raum optisch neu gestaltet werden, etwa durch Pflastersteine. In einer Begegnungszone haben Fussgänger Vortritt, für Autos gilt Tempo 20. Zusätzlich sollen Parkplätze abgebaut werden. Für die Idee konnten die Postulanten auch den Gemeinderat gewinnen, der sich für die Begegnungszone ausgesprochen hat. Der Ball liegt jetzt beim Stadtrat.

Eine Begegnungszone, ist Sobernheim überzeugt, käme dem Gewerbe entgegen, weil sie die Löwenstrasse aufwerten und mehr Laufkundschaft anziehen würde. Doch gerade an der geplanten Reduktion von Parkplätzen erhitzen sich die Gemüter. «Ursprünglich hatten wir die Idee, die Löwenstrasse ganz autofrei zu gestalten. Wir sind dann aber davon abgekommen», sagt der Grünliberale. «Dass die Parkplätze reduziert werden sollen, passt mir gar nicht», meint dagegen eine Ladenbetreiberin an der Löwenstrasse, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen will. «Meine Kundschaft beklagt sich jetzt schon über den müh­samen Suchverkehr in der Innenstadt. Eine Begegnungszone würde uns definitiv schaden.» Dieser Ansicht ist auch der Gewerbeverband der Stadt Zürich (GVZ). Ein Abbau von Parkplätzen und eine weitere Erschwerung der Anlieferung seien nicht im Sinn des Gewerbes.  

Manuel Fröhlich, der in seinem Laden Manuel’s Zigarren, Rum und Kaffee anbietet, sieht das ganz anders. Er ist ein Newcomer an der Löwenstrasse und unterstützt eine Begegnungszone voll und ganz: «Die Strasse hat eine Aufwertung nötig, immerhin hat sie einen gewichtigen Namen. Tempo 20 finde ich jetzt allerdings nicht so prickelnd. Am liebsten wäre mir eine autofreie Zone. Aber ich sehe ein, dass eine intelligente Lösung der Parkplatzfrage nötig ist.»

Postulant Sobernheim verweist auf das nahe City-Parkhaus an der Gessnerallee, das genügend Parkplätze biete. «Mehr Umsatz für das Gewerbe an der Löwenstrasse wird nicht durch mehr oberirdische Parkplätze generiert, sondern durch ein attraktives Einkaufserlebnis für Fussgänger und Velofahrer.»

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Leserkommentare

Jürgen Glatz - Die Löwenstrasse schreit meiner Meinung nach geradezu nach einer Verbesserung bezüglich Flaniermeile und Velo freundlicherer Umgestaltung! Es ist destruktiv und rückwärts gerichtet argumentiert, das seit Jahrzehnten - überall - überpräsente, dominierende
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Vor 4 Jahren 8 Monaten  · 
Noch nicht bewertet.

Ursula Hennings - Wenn nur schon die geschmacklose Weihnachtsbeleuchtung verschwände, wäre das eine Aufwertung! - Soll Flaniermeile Löwenstrasse heissen, dass genau wie in der Bahnhofstrasse die Läden für den Mittelstand verdrängt werden, weil sie die Miete nicht mehr
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Vor 4 Jahren 8 Monaten  · 
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Giuliano Bamberger - Tempo 20 !! bald mit dem Trottinette schneller !!

Vor 4 Jahren 8 Monaten  · 
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