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Christian Bindella steigt in Tel Aviv in die Gastronomie ein. Bild: JS

"Tel Aviv ist meine neue Heimat"

Von: Jan Strobel

18. Juni 2013

Christian Bindella, Spross des Zürcher Gastrokönigs, erfüllt sich seinen ganz eigenen Traum: Er eröffnet in Tel Aviv ein italienisches Restaurant.

Wenn Christian Bindella von Tel Aviv redet, ist es so, als ob die Erinnerung an seine Heimatstadt Zürich in der Hitze Israels einfach verdunsten würde. «Tel Aviv», sagt der Spross des Zürcher Gastrokönigs, «ist meine neue Heimat geworden. Diese frische, junge, kreative Atmosphäre hier, sie hat mich sofort gepackt, als ich hierher kam. Die Stadt ist, was die Ausgehkultur betrifft, einfach immer einen Schritt voraus. Deshalb baue ich hier für mich etwas ganz Neues auf.»

Wie das konkret aussieht, zeigt er an der Montefiore Street, im Herzen der israelischen Metropole, wo die schmucken Häuser aus der Gründerzeit der Stadt gerade eins nach dem anderen aufwendig renoviert werden. In Haus Nummer 27 wird Bindella voraussichtlich im Oktober ein gehobenes italienisches Restaurant eröffnen, das, so der Plan, auch gleich «Bindella» heissen soll. «Ich möchte damit der Geschichte meiner Familie eine Reverenz erweisen. Allerdings ist das Restaurant nicht Teil des väterlichen Unternehmens. Es ist mein eigenes Projekt», betont der 28-Jährige.

Im künftigen Restaurant möchte er die klassische und immer auch etwas üppig-schwere Italianità auf­lockern, verjüngen, modernisieren. Der hippe Tel Avivi soll sich hier ebenso wohlfühlen wie über Mittag der Makler von der neuen Börse um die Ecke. «Ein richtig authentischer Italiener hat hier grosses Potenzial, weil es bisher eigentlich kein wirklich überzeugendes italienisches Restaurant in der Stadt gibt.» Als Chefkoch an Bord geholt hat der Zürcher den in Israel gefeierten Roy Soffer. Bindella selbst sieht seine Rolle wiederum als Patron des Hauses, «als klassischer Gastgeber». Vor der Eröffnung soll das gesamte Team in Zürich zur Schulung einen Einblick in die hiesige Bindella-Welt erhalten.

Dass der Mann einmal der gastronomischen Familientradition folgen würde, das war alles andere als klar. Vor zweieinhalb Jahren schrieb sich Bindella an der Tel Aviv University ein, um hier sein Studium in Medien- und Personalmanagement mit dem Master abzuschliessen. «Ich hatte eigentlich keinen Plan, wie meine Zukunft danach aussehen sollte. Ich wusste nur, dass ich in dieser Stadt bleiben wollte», sagt er. Er arbeitete zu dieser Zeit in einem noblen Boutique-Hotel an der Réception und knüpfte so Kontakte zur lokalen Gastroszene. Es entstand schnell ein Netzwerk, «ohne das heute nichts laufen würde, wenn es ums Rechtliche und Bürokratische geht. Immerhin musste ich auch einige Rückschläge in Kauf nehmen, vor allem bei der Suche nach einem geeigneten Lokal.» Er habe jetzt endlich die Leute gefunden, die seinen Traum teilen. «Und wer weiss: Vielleicht bringe ich irgendwann den Geist Tel Avivs auch nach Zürich.»

Lesen Sie auch: Vom Enge-Quartier in die Golanhöhen. Wie ein Zürcher seinem Ideal folgte.
www.tagblattzuerich.ch/aktuell/portraet/portraet-detail/article/vom-enge-quartier-in-die-golanhoehen.html

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Leserkommentare

Annelies Barraz - Viel Glück und einen guten Start in Tel Aviv,das ist eine wunderschöne Stadt am Meer mit einem tollen Sandstrand.Die Leute sind super nett und hilfsbereit,habe es jedenfalls immer so erlebt.Ich verstehe gar kein Hebräisch,aber mit englisch ,französisch
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Vor 7 Jahren 6 Tagen  · 
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