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Reportage

Geschäftsführer Pascal Späni ist überzeugt: «In Zürich besteht das Bedürfnis nach einem 24/7-Trainingsangebot.» Bild: Sibylle Ambs-Keller

Pumpen rund um die Uhr

Von: Sibylle Ambs-Keller

07. Februar 2017

Zürich hat sein erstes 24-Stunden-Fitnesscenter. Seit rund einem halben Jahr kann man im Gym-one in Altstetten auch morgens um drei die Hanteln stemmen. Tut das überhaupt jemand?

«Ich bin Metzger von Beruf und arbeite im Verkauf regelmässig bis acht oder halb neun Uhr abends. Viele Trainingscenter schliessen um diese Zeit bereits.» Es ist kurz nach 23 Uhr, und Rafi Grimmer (27) aus Höngg hat soeben sein Training beendet. Er ist längst nicht der Einzige, der sich um diese Zeit im weitläufigen Gym im Industrieviertel von Altstetten tummelt. Denn hier kann man rund um die Uhr trainieren, sieben Tage die Woche. Das Gymone öffnete vor einem halben Jahr seine Tore und zählt bereits jetzt über 450 Mitglieder. «Wir füllen mit unserem Angebot definitiv eine Marktlücke», so Geschäftsführer Pascal Späni. Ein Blick durch den Trainingsbereich gibt ihm recht: Sowohl auf den Ausdauergeräten wie an den Maschinen und in der Ecke mit dem freien Hantel­training ist reger Betrieb.

Nachtschicht, dann Fitness

Enis Uygun ist eine imposante Erscheinung und sieht auch zu dieser nächtlichen Stunde noch topfit aus. Für den 27-Jährigen ist das 24-Stunden-Gym ein Glücksfall: «Ich trainiere hier, seit es eröffnet wurde. Als Personenschützer trainiere ich viermal die Woche. In meinem früheren Gym musste ich mir die Zeit gut einteilen und oft über Mittag zum Sport.» Hier kommt er meist zwischen zehn und elf Uhr abends. «Ich mag nicht nur die Öffnungszeiten, auch das Ambiente hier ist sehr angenehm. Man kennt sich untereinander.» Das findet auch Rafi Grimmer und wird wohl sein Monatsabo auf eine Jahresmitgliedschaft verlängern: «Ich arbeite am Wochenende im Club und bin schon nach Feierabend morgens um vier Uhr noch eine Stunde aufs Laufband. Ich war zwar allein hier bis auf die Putzfrau, es war trotzdem angenehm.»

Belebtes Industriequartier

«Tatsächlich läuft ab ein Uhr morgens etwas weniger, aber um fünf kommen bereits die Ersten, die vor der Arbeit ihr Training absolvieren», erklärt Pascal Späni. Die Lage direkt an der Autobahnausfahrt und neben dem Bahnhof Altstetten ist praktisch. «Im selben Gebäude sind zudem eine Sprach- und zwei Kampfsportschulen domiziliert. So läuft auch nach Büroschluss einiges hier im Industriequartier.» Neben Enis Uygun und Rafi Grimmer trifft man auch viele weibliche Fitnessfans. Dilan Ünsever (26) ist Pflegefachfrau am Unispital und heute mit ihrer Kollegin Hande Gar hier: «Sport nach der Spätschicht hilft mir, runterzukommen. Danach kann ich besser schlafen.» Hande Gar hatte frei heute: «Früher hatte ich immer Stress, um es nach der Arbeit noch zum Training zu schaffen. Jetzt weiss ich, ich kann gehen, wann ich will, und das mache ich dann auch. Heute konnte ich daheim chillen und mich trotz der späten Stunde noch zum Training aufraffen.» Auch Marlène Steiger ist noch beim Training. Die Bankangestellte arbeitet am Paradeplatz. «Ich gehe oft noch einen trinken mit Kollegen oder esse mit meinem Freund zu Abend. Danach komme ich her.» Angst als Frau hat sie keine hier. «Zur Sicherheit unserer Kunden haben wir überall Notfall-Knöpfe, die direkt mit der Sicherheitszentrale der Protectas verbunden sind.» Auch ist das ganze Areal videoüberwacht. «Seit wir eröffnet haben, kam es zu keinem einzigen Zwischenfall», so Späni. Er führt das auf seine anständigen Mitglieder und das familiäre und persönliche Ambiente zurück.

Weitere Informationen: www.gymone.ch

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