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Warum?

Verdient ihre Brötchen unter anderem mit Clownereien: Die nach Berlin ausgewanderte Barbara Duss. Bild: PD

Auswanderer: Heute mit Barbara Duss, Deutschland

Von: Sacha Beuth

03. Februar 2015

«Entschuldigen Sie, ist das der Sonderzug nach Pankow?» Den Liedtext von Udo Lindenberg könnte die Zürcherin Barbara Duss wohl ohne weiteres beantworten, lebt sie doch schon seit Sommer 2013 in besagtem Berliner Stadtteil. Die 46-jährige freischaffende Künstlerin arbeitet dort als Clown, Sängerin sowie als Seminarleiterin zum Thema «Humor, Stimme und Präsenz». Mit ihren beiden Töchtern (11 und 7) bewohnt Duss eine Wohnung im 6. Stock «eines typischen Ostblock-Plattenbaus. Es ist so ring­hörig, dass man es über drei Stockwerke wahrnimmt, wenn jemand ein Instrument spielt.» Dafür sei der Block am Stadtrand gelegen und man schnell im Grünen, wie etwa im Schlosspark (Bild). In Wiedikon aufgewachsen, absolvierte Duss erst die Dimitrischule in Verscio TI, ehe sie 1991 nach Deutschland zog, um ihre Karriere als Schauspielerin voranzutreiben. Über Saarbrücken und Würzburg landete Duss, inzwischen Mutter geworden – in der deutschen Hauptstadt. «Hauptsächlich, weil meine älteste Tochter an die staatliche Artistenschule aufgenommen wurde. Aber auch, weil Berlin einer Künstlerin aus beruflicher Sicht mehr bietet.»

Auch wenn Duss in ihrer neuen Heimat ganz gut zurechtkommt, gibt es doch Dinge, die sie vermisst. «Meine Freundinnen aus der Schulzeit, meine Mutter, den Zürichsee, die Alltagssprache – obwohl ich mit meinen Töchtern Schweizerdeutsch spreche – sowie die Höflichkeit. Die Beratung in den hiesigen Fachgeschäften ist oft sehr ruppig.» Hinzu kämen kulinarische Defizite. «Darum mache ich mindestens einmal pro Woche Rösti. Und wenn wir in der Schweiz sind, nehmen wir von dort Gruyèrekäse mit.» Trotz allem: Eine Rückkehr nach Zürich kann sich Duss nicht vorstellen. «Für eine Alleinerziehende ist das soziale Netz hier viel besser als in Zürich. Man hat weniger Druck, sich materiell beweisen zu müssen. In der Schweiz würde ich mich eingeengt fühlen.» 

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