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Warum?

Führen ein Ski- und Sommerresort in Sun Valley: Gabriele Andersen mit ihrem Ehemann Dick. Bild: zvg

Marathonheldin irgendwo in Idaho

Von: Sacha Beuth

22. September 2015

Heute mit Gabriele Andersen, Sun Valley (USA)

Wer die Szene gesehen hat, für den bleibt sie unvergesslich: Olympische Spiele in Los Angeles, 1984. De­hydriert und völlig entkräftet, gelangt Marathonläuferin Gabriele Andersen-Schiess ins Coliseum-Stadion und torkelt dem Ziel entgegen. Sie widersetzt sich den Offiziellen, die sie von der Bahn ziehen wollen, und schafft es unter den frenetischen Anfeuerungsrufen der Zuschauer tatsächlich über die Linie. «Ich wollte einfach um jeden Preis ins Ziel kommen», erinnert sich die 61-Jährige. «Hinterher war ich überrascht, dass mein Lauf so viel Aufsehen erregt hatte. Es war mir sogar etwas peinlich.»

Als Gabriele Schiess besuchte die Langstreckenläuferin, die in Zürich an der Universität Geschichte und Kunstgeschichte studiert hatte, im Herbst 1973 erstmals die USA. Dabei verliebte sie sich nicht nur in die Weite des Landes und das unkomplizierte Leben, sondern auch in den Einheimischen Dick Andersen. Die beiden heiraten im Frühjahr 1975 und ziehen nach Sun Valley, Idaho, wo sie seither ein Ski- und Sommerresort führen. «Ich habe dabei fast alle möglichen Aufgaben übernommen, war Ski- und Langlauflehrerin, Concierge, Floristin.» Nun ist sie pensioniert, treibt aber immer noch viel Sport. «Vor allem Radfahren. Mit Laufen musste ich aufhören, als ich vor acht Jahren ein künstliches Knie bekam.» Auch wenn sie in den USA glücklich ist, so vermisst sie doch ihre Familie, die alten Freunde sowie «die schönen alten Gebäude und die grosse Auswahl an Käse».

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