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Warum?

«Scheibe für grosstuerisches Auftreten»: Fünfliber. Bild: SB

Warum sagte man früher zum Fünfliber auch Grampolscheibe?

Von: Sacha Beuth

03. Januar 2018

Diese Frage stellt «Tagblatt»-Leserin Jacqueline Maresch. Antwort gibt Christoph Landolt, Sprachwissenschaftler beim Schweizerischen Idiotikon:

«Grampol, Grambol und ähnlich ist ein schweizerdeutsches Wort für ‹Lärm, lärmendes Durcheinander, Tumult›, das vom französischen ‹caramboler›, ‹zusammenstossen, zusammenputschen›, abstammt. So schrieb etwa der Solothurner Mundartschriftsteller Franz Josef Schild 1860: ‹De Sunndig wird dür Tänz entwycht (entweiht), dür allerhand Grambol und Völlerei.› Die Verwendung des Worts Scheibe für die Münze wiederum ist eine scherzhafte Übertragung auf das scheibenartige Geldstück. Die Zusammensetzung Grampolschybe für Fünfliber wird 1913 im Schweizerischen Idiotikon, dem Wörterbuch der schweizerdeutschen Sprache, so erklärt, ‹weil man damit Lärm macht›. Anders gesagt: Vor hundert Jahren, als fünf Franken noch sehr viel mehr wert waren, konnte man damit beispielsweise in einem Wirtshaus grosstuerisch auftreten. Heute müsste schon ein grösseres Nötli herhalten . . .»

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