Sacha Beuth
Laktose- oder Histaminintoleranz, Zöliakie, kein Rind- oder Schweinefleisch aus religiösen Gründen – das Kochen im Ferienlager wird für die Verantwortlichen immer mehr zu einer Herausforderung. Da ist es wenig hilfreich, wenn nun auch noch die Grünen mit einem Postulat im Gemeinderat vorpreschen und «mitkochen» wollen. Konkret geht es um die Forderung, dass im Sport-Ferienlager Fiesch, das von der Stadt jährlich mit 260 000 Franken bezuschusst wird, künftig maximal nur noch dreimal pro Woche Fleisch auf den Teller kommt. Schliesslich wolle man die Klimaziele der Stadt konsequent umsetzen und darum seien auch die Schülerinnen und Schüler diesbezüglich in die Verantwortung zu nehmen.
Doch muss die Stadt wirklich den Fiesch-Köchinnen und -Köchen deswegen in die Menüwahl dreinreden? Haben sie darin nicht mehr Erfahrung als die Mitglieder des Gemeinderats? Ist es nicht vor allem wichtig, dass die Kinder gesunde und bedarfsgerechte Menüs erhalten, die gerade für den Sport genügend Eiweiss (und der «bösen» Kohlehydrate) enthalten? Soll ein Ferienlager nicht auch essenstechnisch in erster Linie einfach Freude bereiten? Wer die Fragen im Sinne der Betroffenen beantwortet, kann nur zum Schluss kommen, dass Politik zumindest in diesem Fall nicht auf den Teller gehört.
Sacha Beuth, Redaktor