Sacha Beuth
Ich gebe zu, ich tendiere nicht selten zu Nostalgie. So auch in Sachen Kino. Was waren das für schöne Zeiten, als ich im Corso Hollywood-Blockbuster wie «Top Gun», die neusten James-Bond- oder Indiana-Jones-Abenteuer erleben durfte. Auf ewig unvergessen bleibt zudem, wie bei «Star Wars – Die dunkle Bedrohung» in Anwesenheit einiger Darsteller das Publikum Laserschwertschwingend die Eröffnungssequenz sowie Actionszenen bejubelte. Ebenso, als Harrison Ford bei der Schweiz-Premiere von «Air Force One» mit dem Helikopter anreiste und auf dem Bellevue landete. Einen Film in diesem Gebäude schauen, das von aussen eigentlich mehr den Eindruck eines herkömlichen Theaters aus den 1920er Jahren als einer moderen Lichtspiel-Arena vermittelt, ist einfach etwas Besonderes. Und doch soll das Corso bald wie das ABC, das Apollo, das Rex, das Bellevue, das Bahnhofkino und viele weitere Geschichte sein. Vorausichtliches Ende ist laut Angaben der Stadt 2029, wenn eine umfassende Sanierung durchgeführt wird (siehe auch S. 23). Anschliessend soll an gleicher Stelle ein «Eventhaus mit Darbietungen» entstehen. Als ob Kinofilme keine Events wären. Nur schon aus diesem Grund ist die Rettungspetition der AL zu begrüssen. Das Corso darf einfach nicht sterben.
Sacha Beuth, Redaktor