Sacha Beuth
Wie oft habe ich früher in der Schule die Turnstunde herbeigesehnt. Endlich Bewegung nach dem stundenlangen Sitzen an Pult. Endlich den Kopf lüften. Und so wie mir damals dürfte es auch heute noch der Mehrzahl der Schülerinnen und Schüler gehen. Selbst für jene, die statt mit dem ganzen Körper Sport zu treiben lieber nur ihre Finger am Handy trainieren, hat somit eine Turnstunde einen positiven, da gesundheitsfördernden Effekt. Doch genau diese Erholungsphasen sind nun in Gefahr. Denn im Projekt «Entflechtung 27», welches Bund und Kantone gerade erarbeiten, will man die Aufgabenteilung zwischen Staatsebenen in verschiedenen politischen Bereichen teilweise neu festlegen. So soll unter anderem die Anzahl der Turnstunden, bislang vom Bund auf drei Lektionen pro Woche obligatorisch schweizweit vorgeschrieben, vorab nach dem Willen von Mitte und Bürgerlichen in die Kompetenz der Kantone fallen. Schliesslich müssten die Kantone ja auch die Kosten, insbesondere Bau und Unterhalt der Turnhallen, tragen. Liegt die Entscheidungsgewalt über die Turnstunden aber künftig bei den Kantonen, könnten sie sich viele dahingehende Investitionen sparen. Doch Turnen ist wichtiger als Kantönligeist und Finanzen. Letztere dürfen nicht über physische und psychische Gesundheit der Kinder gestellt werden.
Sacha Beuth, Redaktor