Sacha Beuth
Bekanntermassen bilden sich an Veranstaltungen vor den WCs der Frauen meist lange Schlangen, derweil dies beim stillen Örtchen der Männer – dank Pissoir – viel seltener der Fall ist. Die Anatomie hat in diesem Punkt dem vermeintlich starken Geschlecht einen Vorteil verschafft, ohne Frage. Interessanterweise haben aber die wenigsten Veranstaltungslokalitäten ihre sanitären Anlagen den Bedürfnissen angepasst.
Selbst das Hallenstadion, 2005 modernisiert, weist offenbar zu wenig Frauen-WCs auf, wie das letzte Konzert von Robbie Williams zeigte. Laut einem Bericht von «blick.ch» wurde im Anschluss an die Show wegen des grossen Andrangs vor einem Frauen-WC kurzerhand ein Männer-WC ebenfalls den weiblichen Robbie-Fans zur Verfügung gestellt. Die Männer durften dieses fortan nicht mehr betreten, eine weibliche Security-Kraft wachte darüber und wies Männer laut «blick.ch» sehr rüde ab. Was uns wieder zur Biologie bringt, denn auch Männer müssen mal. Und zugleich zwei Fragen aufwirft: Was wäre los, wenn der Fall umgekehrt passiert wäre? Und wären (mehr) Unisex-Toiletten in Eventlokalen nicht die beste Lösung für beide Geschlechter?
Sacha Beuth, Redaktor