Markus Knauss
Man kann sich gut vorstellen, wie intensiv die SVP an einer Volksinitiative herumstudiert hat, die zwar Grün tönt, die aber eine konsequente Autoförderungspolitik umsetzt. Das Resultat davon: die Volksinitiative für einen Parkplatz-Kompromiss.
Mit diesem angeblichen Kompromiss wäre die breit abgestützte Politik, die den öffentlichen Raum eben nicht nur als Abstellfläche zur Lagerung von privaten Autos versteht, mit einer einzigen Abstimmung zur Makulatur geworden – keine Velowege mehr, keine Bäume mehr, kein Grün mehr.
Dem Politikmarketing entsprechend waren auch die Plakate: Mit einem grünen Erscheinungsbild sollten zum Beispiel die Velofahrenden angesprochen werden. «Ja zum Fairen Parkplatz-Kompromiss» sagt uns also ein freundlich lächelnder Velofahrer auf einem Plakat, «weil wir als Velofahrende darauf angewiesen sind».
Und Achtung: Wenn es dem eigenen Marketing dient, kann sogar die Partei eine geschlechtsneutrale Form verwenden, die sonst immer nur die männliche Form nutzt und Velofahrende konsequent als Velorowdys tituliert – geht doch.
Dieses Verwirrspiel war derart offensichtlich, dass alle Stadtkreise – in Verkehrsfragen oft gespalten – Nein
zu dieser Initiative gesagt haben.
Deshalb geht es jetzt weiter: An der Kasernenstrasse, wo der VCS das Parkplatzfestival von Filippo Leutenegger noch verhindern musste, kommen jetzt über 40 Bäume und endlich ein breites Trottoir. Die beiden Parkanlagen an
der Brauerstrasse und an der Sihlfeldstrasse, die ich noch in den Richtplan habe schreiben lassen, befinden sich in der Planauflage.
Damit erweisen sich die Abstimmungen über die kommunalen Richtpläne, die wir unter das Motto «Mehr Velo – Mehr Grün – Für Zürich» gestellt hatten, einmal mehr als wegweisend für Zürich.
Markus Knauss, ehemaliger
Gemeinderat und Co-Geschäftsführer des VCS Zürich
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Günther F.H. Trebbe am 10.07.2026 18:37:43 Beitrag melden
Wir fahren alle nur noch Velo
Mehr Velo - Mehr Grün - Für Zürich, Tagblatt vom 8. Juli 2026 Der ehemalige Gemeinderat Markus Knauss macht in seiner Kolumne Stimmung gegen den Parkplatzkompromiss. Er wirft den Initianten vor, ein grünes Erscheinungsbild zu kreieren. Selbst stellt er Zürich in einem übertriebenen grünem Licht dar, verschweigt aber tunlichst das Fällen alter Bäume, die Platz für Neubauten machen müssen.
Günther F.H. Trebbe antworten