Gehen nun getrennte Wege: Podcast-Trio Zivadiliring mit Gülsha Adilji, Yvonne Eisenring und Maja Zivadinovic (v. l.). Bild: Mirjam Kluka
Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne. Wie gross unser werden würde, wussten Yvonne Eisenring, Gülsha Adilji und ich nicht, als wir im September 2021 unseren Podcast Zivadiliring im Hause SRFstarteten. Wie hatten ein paar Folgen Zeit, um uns zu behaupten. Ein Fakt, der uns kaum nervös gemacht hat. So sassen wir drei Freundinnen im Studio und redeten. In Folge 1 über Gülshas Analfissur. Ich war nicht sicher, ob das nicht to much Information für die geneigte Hörerschaft war. War es nicht. Schneller als wir es schnallten, bildete sich eine Community, die uns auf Händen trug, mit Liebe verwöhnte, fleissig Tickets kaufte, uns auf der Strasse ansprach und uns hie und da sogar Geschenke per Post schickte.
Oft wurden wir gefragt, was das Geheimnis unseres Erfolges ist. Der Punkt ist: Wir hatten keines. Wir hatten kein Geheimnis und wir hatten schon gar keinen Businessplan oder so. Ende 2024 stellte uns SRF dann vor die Tür. Ob wir gefallen sind? Wie auch? Da war die Community, die uns aufgefangen hat.
Und da war das Hallenstadion, das wir innert zehn Tagen ausverkauft haben. Als das letzte Ticket über den Tresen ging, es war ein Samstag, war ich grad am Hallwyler Platz vom Velo gefallen. Mein Knie war offen, meine Strümpfe zur Sau. Ich weinte Rotz und Wasser. Aus Freude. One Moment in Time, würde Whitney Houston selig dazu sagen. Dann wurde es Herbst. Und der 26. Oktober 2026 hielt Einzug. Ein Sonntag. Unser Auftritt im Hallenstadion. Vor 10 000 Fans. Es war das beste, krasseste und grösste Abenteuer meines Lebens. Vorletzten Freitag wurde eben dieser Gig mit dem Suisse Podcast Award ausgezeichnet.
Ab Mai gehen wir drei getrennte Wege. Der Grund: Unterschiedliche Vorstellungen von der Weiterentwicklung des Podcasts. Ein Ende ist aber auch ein Anfang. Ich bin guter Dinge, dass da draussen ein neuer Zauber auf uns wartet.
Text: Maja Zivadinovic
Bild: Mirjam Kluka