Die zweite Juni-Hälfte hat uns eine bisher nie dagewesene Hitzewelle gebracht. Das Leben in den Städten ist beschwerlich geworden und für viele Menschen sogar gesundheitsgefährdend.
«Wer es jetzt noch nicht kapiert hat, dem ist nicht zu helfen.» So titelte der Tages-Anzeiger jüngst. Im Artikel schreibt Armin Rutishauser: «Was vor ein paar Jahren noch als Klimahysterie abgetan wurde, ist heute dem
gemeinsamen Wegschauen vieler Mächtiger gewichen». Tatsächlich gibt es auch im Zürcher Gemeinderat noch einzelne Mitglieder, die von Klimahysterie sprechen. Weniger überraschend, aber nicht weniger frustrierend: Auch für manche Staatsoberhäupter – wie den Golf spielenden Narzissten in Washington – zählt evidenzbasierte, langfristig ausgerichtete Politik nicht, sondern nur, wie viele Grossbuchstaben in einen Social-Media-Beitrag passen.
Doch Rutishausers Feststellung frustriert nicht nur wegen der Ignoranz der Mächtigen. Sie frustriert auch, weil das eingetreten ist, was Klimafachleute, Umweltverbände oder auch meine Partei prognostiziert haben. Diese Realität kann nicht mehr länger mit zynischen Sprüchen wie «Dann dauert der Sommer halt ein bisschen länger» weggewischt werden. Damit ist weder Menschen, die draussen arbeiten, noch gesundheitlich angeschlagenen Personen geholfen.
Resignation ist fehl am Platz. Es braucht weitere Massnahmen: weniger Energiekonsum, fossilfreie Produktion, kühlere Stadträume. Denn die nächste Hitzewelle steht bereits vor der Tür.
PS: Im Übrigen bin ich der Meinung, dass Bundesrat und Regierungsrat Sans-Papiers regularisieren sollten. Spanien hat es kürzlich vorgemacht.
Stadtrat Daniel Leupi, Finanzdepartement