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Kultur

Carmina Quartett (v. l.): Wendy Champney, Chiara Enderle Samatanga, Agata Lazarczyk, Matthias Enderle. (Bild: AE Krol)

Streichinstrument fürs Leben

Von: Kati Moser

18. Februar 2020

Chiara Enderle Samatanga stammt aus einer Musikerfamilie. Im Alter von vier Jahren hat sich die Zürcherin für das Cello entschieden – und ihre Wahl nie bereut.

Chiara Enderle Samatanga sitzt ganz entspannt. Ihre grossen, dunklen Augen blicken interessiert und sprühen vor Freude, sobald sie auf ihr geliebtes Cello zu sprechen kommt. Bereits ganz früh habe sie ein Auge auf das Instrument geworfen, seine Grösse und die schön geschwungene Form hätten ihr gefallen, sein tiefer Bass bis zu den ganz feinen und hohen Tönen sie einfach fasziniert. «Man sagt, das Cello habe etwas Gesangliches, wie die menschliche Stimme. Für mich ist es eines der vielfältigsten Instrumente». Mit vier beginnt Klein Chiara zu spielen, mit 27 Jahren ist sie immer noch von ihrer Wahl überzeugt. Der einzige Grund, der gegen das Instrument spricht, ist die hohe Gebühr, die man beim Fliegen zahlen muss: Da man das Cello nicht in den Ablagen verstauen kann, muss es auf dem Nebensitz Platz nehmen. Und Chiara Enderle Samatanga ist inzwischen weltweit eine gefragte Solistin.


Ein Herz für Brahms

Die Musikerin lebt mit ihrem Mann – einem Biophysiker, der an der Universität arbeitet – in Leipzig. Ihr zweites Standbein ist nach wie vor Zürich, wo sie an der Zürcher Hochschule der Künste ihren Bachelor absolvierte und wo auch ihre Eltern leben. Nach dem Master in Berlin begann Chiara Enderle Samatanga ihre Solo-Karriere. Johannes Brahms gehört zu ihren Lieblingskomponisten: «Sein Klavier-Quintett war das erste Stück, in das ich mich verliebte und es heute noch wahnsinnig gerne spiele.» Es sind viele Stücke für Cello geschrieben worden, jedoch nicht unendlich. Bei der Ausbildung ist es somit sehr wichtig, den Fokus nicht auf einen einzigen Komponisten zu legen. «Es würde mir etwas fehlen, wenn ich nur Barock-Musik oder zeitgenössische Werke spielen würde.» Zu ihrem Repertoire gehören denn auch die beliebten Beethoven-Sonaten, Kompositionen von Boccherini oder Bachs Solosuiten für Violoncello, ein absoluter Klassiker. Aber auch moderne Komponisten wie Schostakowitsch oder Dvořák, deren Kompositionen am 29.2. im Reformierten Kirchgemeindehaus in Schwamendingen zu hören sind. Dort wird die Zürcherin in «Best of Klassik & Jazz» mit dem Carmina Quartett und der Pianistin Hiroko Sakagami auftreten. Den zweiten Teil des Abends bestreitet das Jiggs Whigham International Jazz Quintet. «Ich freue mich auf diesen Abend, denn mein Grossvater war Organist in der Kirche von Schwamendingen.»

Eltern sei Dank

Seit 2018 ist Chiara Enderle Samatanga Teil des renommierten Carmina Quartetts. Das schweizerische Streichquartett wurde 1984 von Matthias Enderle, Violine, und Wendy Champney, Viola – den Eltern von Chiara – und zwei weiteren Mitgliedern, die nicht mehr dabei sind, gegründet. «Als Kind nahmen mich meine Eltern überall mit. Dass ich einmal Teil des Carmina Quartetts sein würde, hätte ich nie gedacht, obwohl unbewusst mein ganzes Leben darauf vorbereitet wurde. Wir könnten aber nicht Quartett zusammenspielen, wenn sie mich nicht als ebenbürtiges Mitglied ansehen würden.» Miteinander spielen zu dürfen, sei für alle ein grosses Geschenk, ebenso, dass man in Agata Lazarczyk eine zweite Geige gefunden hat, die zu ihnen passt.

Chiara Enderle Samatanga verfolgt konsequent auch ihre Solokarriere, sie tritt regelmässig mit namhaften Orchestern wie dem Tonhalle-Orchester Zürich oder dem Philharmonia Orchestra London auf. Ihr Cello, ein wertvolles Instrument von Sacconi, ist eine lebenslange Leihgabe einer privaten Stiftung – natürlich nur solange sie spielt. Mit Joggen und gezielten Rückenübungen hält sich die 27-Jährige fit, auf das Lampenfieber vor den Auftritten freue sie sich besonders, dann spüre sie die Energie in sich aufsteigen. «Ich habe den schönsten Beruf, den es gibt! Ein wahres Privileg.»

Weitere Informationen:
«Best of Klassik & Jazz», 29. Februar,
um 17 Uhr, Ref. Kirchgemeindehaus, Stettbachstrasse 58, 8051 Zürich.
Tickets à CHF 44.–,

portier@hotel-schwamendingen.ch

Teil 1: Best of Klassik mit Carmina Quartett & Hiroko Sakagami, Piano.
Teil 2: Best of Jazz mit Jiggs Whigham International Jazz Quintet.

www.chiaraenderle.com

 

 

TICKETS ZU GEWINNEN

Das «Tagblatt» verlost 3 x 2 Tickets für das Konzert am 29.2. «Best of Klassik & Jazz» im Ref. Kirchgemeindehaus Schwamendingen. Schreiben Sie uns eine E-Mail mit Namen, Adresse, Telefon, E-Mail-Adresse und Betreff Klassik an: gewinn@tagblattzuerich.ch

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