«Elvis lebt!» – Der King ist im Wallis untergetaucht
Die Aussage «Elvis lebt, der King im Wallis» ist Teil einer humorvollen Veranstaltungsreihe und eines Bühnenprogramms, bei dem die Gerüchte um Elvis' vorgetäuschten Tod aufgegriffen werden. - PD
Die Aussage «Elvis lebt, der King im Wallis» ist Teil einer humorvollen Veranstaltungsreihe und eines Bühnenprogramms, bei dem die Gerüchte um Elvis' vorgetäuschten Tod aufgegriffen werden. - PD
Was wäre, wenn Elvis Presley seinen Tod 1977 nur vorgetäuscht hätte? Wenn er nicht in Graceland, sondern hoch über Visp, zwischen Alp-hütten und Kuhglocken, ein neues Leben begonnen hätte? Dieser augenzwinkernden Fantasie widmet sich «Elvis lebt», das neue Bühnenstück von Diego Valsecchi. Am 18. September feiert es im Theater am Hechtplatz Zürich Uraufführung, wo es bis zum 19. Oktober fast täglich gespielt wird, bevor eine landesweite Tournee folgt.
Die Produktion ist weder klassisches Biopic, noch blosse Parodie. Stattdessen entwirft Valsecchi eine poetische Zwischenwelt: ein Elvis, der im Wallis Wurzeln geschlagen hat, aber doch nicht von seiner Vergangenheit loskommt. Auf der Bühne erzählt er vom Leben nach dem Tod, von Begegnungen in den Bergen und Kühe in Yogapositionen. Mit feinem Humor verbindet Valsecchi popkulturelle Mythen mit Schweizer Alltagsbildern – und macht daraus ein Stück über Legenden, die sich neu erfinden.
Für den 1982 in Visp geborenen Schauspieler und Kabarettisten ist das Projekt auch persönlich bedeutsam. Schon als Kind war er von Elvis fasziniert – nicht zuletzt wegen des ikonischen Plattencovers im Regal seiner Mutter. Früh stiess er auf die hartnäckigen Gerüchte, der King sei nie gestorben. Die Vorstellung, dass jemand zugleich tot und lebendig sein könnte, liess ihn nicht mehr los. Mit «Elvis lebt» erfüllt sich Valsecchi einen Lebenstraum: einen Elvis auf die Bühne zu bringen, der nicht imitiert, sondern neu erfunden wird.
Die Musik spielt dabei eine zentrale Rolle. Begleitet wird Valsecchi von einer hochkarätigen Band: Mei-Siang Chou (Piano), Annie Mumford (Schlagzeug), Luca Genze (Bass) und Sandro Jordan (Gitarre). Zusammen verleihen sie Klassikern wie Jailhouse Rock oder Love Me Tender eine frische Note, ohne den Geist der Originale zu verfälschen. Ergänzt wird das Ensemble von der Sägerin Angela Hunkeler und dem Musicaldarsteller Lucca Kleimann, die nicht nur stimmlich Akzente setzen, sondern auch kleinere Rollen übernehmen und am Ende für einen unerwarteten Plot-Twist sorgen. Musikalisch bleibt die Produktion ganz bei Elvis: Bekannte Klassiker erklingen in neuen Arrangements, die den Originalen treu bleiben und ihnen dennoch eine zusätzliche Energie verleihen. Damit spricht der Abend eingefleischte Fans ebenso an wie jüngere Zuschauerinnen und Zuschauer, die den King vielleicht zum ersten Mal entdecken. «Elvis lebt» versteht sich als Einladung, Elvis neu zu hören – nicht als nostalgische Rückschau, sondern als lebendige Begegnung. Hinter der Bühne arbeitet ein erfahrenes Kreativteam: Regie und Choreografie übernimmt Christopher Tölle, bekannt aus grossen Musicalproduktionen in Berlin und Wien. Für die musikalische Leitung zeichnet Raban Brunner verantwortlich, die Kostüme entwirft Heike Seidler, während Basil Huwyler für die visuelle Gestaltung sorgt – unter anderem mit humorvollen KI-Bildern, die Elvis beim Kühehüten oder als Tourismusretter in Saas-Fee zeigen.
So entsteht ein Abend, der sich kaum in einen Genre pressen lässt: Konzert, Satire, Musiktheater und Schauspiel fliessen ineinander. Im Zentrum steht die Frage, warum Figuren wie Elvis nicht verschwinden, sondern immer wieder auftauchen – in Gerüchten, Fantasien und Geschichten. Wer also im Herbst im Hechtplatz Theater Platz nimmt, erlebt nicht nur eine Hommage an einen der grössten Entertainer des 20. Jahrhunderts. Man erlebt auch eine spielerische Reflexion darüber, wie Mythen weiterleben – selbst in den Bergen des Wallis.
Weitere Informationen:
Theater am Hechtplatz, Hechtplatz 7, 8001 Zürich
Telefon 044 415 15 15,www.theaterhechtplatz.ch
Lade Fotos..