Der Zoo als Klassenzimmer
ZOO INTERN Alle zwei Wochen berichtet das «Tagblatt» über Neues und Wissenswertes aus dem Tiergarten. Heute geht es um Tiergärten als Orte der Bildung für Gross und Klein. - Von Severin Dressen
ZOO INTERN Alle zwei Wochen berichtet das «Tagblatt» über Neues und Wissenswertes aus dem Tiergarten. Heute geht es um Tiergärten als Orte der Bildung für Gross und Klein. - Von Severin Dressen
Es ist Ferienzeit. Viele zieht es nun zum Wintersport in die Berge. Je nach Wetterlage nutzen zahlreiche Familien die freien Tage aber auch für einen Zoobesuch. Bei der Planung eines solchen haben die meisten vermutlich im Sinn, einfach eine schöne und im besten Fall auch erlebnisreiche Zeit gemeinsam zu verbringen. Aber denken sie dabei auch ans Lernen? Vielleicht weniger. Tatsächlich gehört Bildung aber zu den Hauptaufgaben eines modernen Zoos und entsprechend ist das Angebot im Zoo darauf ausgelegt.
Viele Info-Häppchen
Die Vermittlung von Wissen passiert durch die Vielfalt an Angeboten, viele kleine Info-Happen und das Eintauchen in Lebensräume aus der ganzen Welt. Überall im Zoo gibt es Informationstafeln oder digitale Screens, unser Freiwilligenteam ist mit jeder Menge Anschauungsmaterial ausgerüstet unterwegs und beantwortet allerlei Fragen von Gross und Klein. Täglich stehen Tierpräsentationen auf dem Programm. Es gibt öffentliche Führungen, spezielle Tiererlebnisse und Infotische. Ein 360-Grad-Kino informiert rund um die Uhr über die Bedeutung von Naturschutz. Statt bewusst und gezielt, passiert das Lernen im Zoo einfach nebenbei und ganz von allein.
Wie gut das tatsächlich klappt und welche Herausforderungen es noch zu meistern gilt, haben sich Forschende nun mit Blick auf Kinder und Jugendliche genauer angeschaut. Dafür haben sie über 50 internationale Studien zum Thema gesichtet und das vorhandene Wissen gebündelt zusammengetragen. Das Ergebnis* ist eindeutig: Moderne Zoos sind wirksame Lernorte für Kinder und Jugendliche – das gilt sowohl für Familienbesuche als auch für Schulausflüge in den Zoo.
Als besonders wirksam erweisen sich demnach aktive und erlebnisreiche Angebote. Also beispielsweise Führungen und Präsentationen, Infotische und Workshops, aber auch Gespräche mit Tierpflegerinnen und -pflegern oder – speziell bei uns – auch dem Freiwilligenteam. Also mit Menschen, die Fachwissen haben und gerne und kompetent Fragen beantworten und Wissen weitergeben.
Vermittelt wird dabei Wissen über Tiere und die Natur, aber auch über umweltbewusstes Verhalten. Ebenfalls nachweisbar sind Veränderungen in der Einstellung zur Natur. Wer einen Zoo besucht, weiss den Wert der Natur danach in den meisten Fällen mehr zu schätzen und ist eher gewillt, sich selbst aktiv einzubringen. Gerade Kinder sind von Natur aus neugierig und wissbegierig. Richtig verpackt, saugen sie Informationen auf wie ein Schwamm. Das ist ein grosses Potenzial, das wir als Naturschutzorganisation, die jährlich von mehr als 280 000 Kindern und Jugendlichen besucht wird, unbedingt nützen möchten und müssen. Die Kinder von heute sind die Artenschützerinnen und -schützer von morgen. Und davon braucht es mit Blick auf die Krise der Artenvielfalt jede Menge.
*Link zur Studie:
https://www.mdpi.com/2076-2615/15/24/3533
Weitere Informationen:
www.zoo.ch
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