Naturschutz auf dem Teller
ZOO INTERN Alle zwei Wochen berichtet das «Tagblatt» über Neues und Wissenswertes aus dem Tiergarten. Heute geht es um nachhaltige Lebensmittel der Zoo-Gastronomie. - Von Severin Dressen
ZOO INTERN Alle zwei Wochen berichtet das «Tagblatt» über Neues und Wissenswertes aus dem Tiergarten. Heute geht es um nachhaltige Lebensmittel der Zoo-Gastronomie. - Von Severin Dressen
Der Zoo Zürich ist eine Naturschutzorganisation und als solche setzen wir uns für den Schutz von Natur und Arten, für die Forschung sowie für die Aufklärung und Bildung in diesem Bereich ein. Es ist ein Selbstverständnis, dass wir all unserem Handeln und Wirken voranstellen – nicht nur im Tierbereich, auch im täglichen Zoo-Betrieb oder beispielsweise der Zoo-Gastronomie. Jede Aktion, jede Neuerung, egal wo, ist also gut überlegt und folgt diesem Credo.
Als wir Ende März die neuen Fleischprodukte mit Erbsenprotein-Anteil eingeführt haben, war das also eine logische Konsequenz aus diesem Selbstverständnis heraus. Denn Naturschutz beginnt auf dem eigenen Teller. Weniger Fleisch zu essen, ist ein zentraler Hebel in der Bemühung um mehr Nachhaltigkeit und den Schutz der Natur und Artenvielfalt.
Eines der grössten Probleme für viele Arten ist der Verlust von Lebensraum, welcher auch aus einer landwirtschaftlichen Nutzung zur Futtermittelproduktion oder direkt zur Nutztierhaltung entsteht. Wenn wir also öfters mal zum vegetarischen Angebot oder zu dem mit weniger Fleisch greifen, haben wir schon viel bewegt. Genau aus diesem Grund ist auch die Hälfte der im Zoo angebotenen Gerichte vegetarisch oder vegan. Generell setzt unsere Zoo-Gastronomie bereits stark auf Nachhaltigkeit. Unsere Rohprodukte wie Gemüse, Früchte, Fisch und Fleisch, Eier sowie Milchprodukte stammen grösstenteils aus der Region oder zumindest aus der Schweiz.
Ein gutes Beispiel sind die Züri-Frites. Die Kartoffeln für diese werden im Kanton Zürich angebaut. Und frittiert wird nicht in Palmöl, sondern in Schweizer Rapsöl. Weil die Palmöl-Produktion ebenfalls starken Druck auf die Artenvielfalt ausübt, sind auch alle Glace im Zoo palmölfrei. Zudem verzichten wir vollständig auf Flugware. Ebenso auf Meeresfisch, Schalentiere und Meeresfrüchte.
Auf Produktebene passiert also bereits viel. Viel bewegen lässt sich aber auch beim Thema Food Waste. Essensreste werden analysiert und die Produktion entsprechend angepasst. Was trotzdem übrig bleibt, wandert in die Biogas-Anlage und wird zu Biosprit. Und das gilt nicht nur für Essensreste. Als Erlebnis-Gastronomie betreibt der Zoo auch Take-away-Verpflegungsstände. Alles, was hier herausgegeben wird, PET ausgenommen (PET-Recycling steckt eh in der Schweizer DNA) ist pflanzenbasiert, biologisch abbaubar und wandert auch in die Biogasanlage.
Damit die dafür notwendige Mülltrennung funktioniert, haben wir vor ein paar Jahren unser eigenes Recycling-System auf dem Weg gebracht und im Zoo implementiert. Wir meinen es also ernst und arbeiten daher auch künftig an der Optimierung der Nachhaltigkeit. Schritt für Schritt tragen wir so dazu bei, dass die Lebensgrundlage der Artenvielfalt und damit auch unsere eigene, erhalten bleibt.
Weitere Infos:
www.zoo.ch
Lade Fotos..