Neustart mit vielen Neuen
FUSSBALL Am Freitag startet die Super League in die Saison 2025/26. Dafür haben sowohl der FCZ wie GC ihre Kader komplett verändert. Doch um den Titel dürfte keines der Teams spielen. - Von Sacha Beuth
FUSSBALL Am Freitag startet die Super League in die Saison 2025/26. Dafür haben sowohl der FCZ wie GC ihre Kader komplett verändert. Doch um den Titel dürfte keines der Teams spielen. - Von Sacha Beuth
Die letzte Saison der Super League war aus Stadtzürcher Sicht eine Saison zum Vergessen. Der FCZ blieb nicht nur titellos, sondern verpasste sogar den Einzug in die Championship Group genannte Meisterrunde. Und der stolze Rekordmeister GC konnte erst in der Barrage gegen den FC Aarau (4:0, 0:1) den Abstieg verhindern.
Für die am kommenden Freitag, 25.7., beginnende Saison 2025/26 ist bei beiden Klubs ein umfassender Neustart angesagt, vor allem, was das Personal anbelangt. Angefangen bei der Position des Cheftrainers. Beim Grasshopper Club wurde am 21. Juni Tomas Oral offiziell verabschiedet, obwohl er seine «Mission Klassenerhalt» schaffte. Für ihn steht nun der Österreicher Gerald Scheiblehner an der Seitenlinie, der zuvor Chefcoach bei Blau-Weiss Linz war. Mit ihm wechselten die Assistenztrainer Toni Mestrovic und Alexander Zellhofer ebenfalls zu den Hoppers und ersetzen Michael Henke und Giuseppe Morello.
Auch beim FCZ gab es – wenn auch weniger unerwartet und mit Misstönen begleitet – einen Wechsel beim Amt des Cheftrainers. Ricardo Moniz wurde nach etwas mehr als einem Jahr in dieser Funktion Ende Mai entlassen. An seine Stelle trat mit Mitchell van der Gaag ebenfalls ein Niederländer. Zudem rückte Dennis Hediger, der zuvor den FCZ II betreute, zum Assistenztrainer der ersten Mannschaft auf.
Beim Blick auf die Fluktuation in den beiden Kader kann man derweil behaupten, dass auch diese ein neues Gesicht erhalten haben. So hat sich der FCZ mit Norbu Lhakpa, Aron Martins, Mattia Rizzo und Aaron Tchamda bereits im Mai junge Schweizer Talente ins Team geholt (die mehrheitlich im Nachwuchs zum Zuge kommen dürften) und später zudem Stürmer Matthias Phaëton (von ZSKA Sofia), Mittelfeldspieler Nelson Palacio (Real Salt Lake), den Verteidiger Ilan Sauter (AC Bellinzona) und Goalie Yevhen Morozov (U19 FCZ) verpflichtet. Dem gegenüber stehen die Abgänge der Stürmer Joseph Sabobo (zu Hapoel Be'er Sheva), Daniel Afriyie (zum FC Aarau), Samuel Ballet (zu Como), Mounir Chouiar (zu Lodogorez Rasgrad), Fernand Gouré (zu KVC Westerlo), Mohammad Mahmoud (zum SV Elversberg), Juan José Perea (zum VfB Stuttgart), Labinot Bajrami (zu Helmond Sport, war an Winterthur ausgeliehen), Mittelfeldspieler Jean-Philippe Gbamin (zum FC Metz) und der Verteidiger Doron Leidner (Hapoel Tel Aviv/Oympiakos), Nikola Katic (zu Schalke 04), Ramon Guzzo (zum FC Aarau) sowie – wie am Montag bekannt wurde – der französische Ex-Nationalspieler Benjamin Mendy (Klub unbekannt).
Das gleiche Bild zeigt sich beim Grasshopper Club: Sonny Kittel (Klub unbekannt), Goalie Manuel Kuttin (Austria Klagenfurt), Michael Kempter (Muanthong United), Giotto Morandi (Servette), Tsiy Ndenge (Lion City Sailors), Ayumu Seko (Klub unbekannt), Pascal Schürpf (Karriereende), Benno Schmitz und Grayson Dettoni (beide Bayern München II) mussten oder wollten den Klub verlassen, bei Adama Bojang (Stade Reims), Nestroy Irankunda (Bayern München II), Bryan Lasme (Schalke 04), Noah Persson (YB) sind die Leihverträge ausgelaufen und wurden nicht erneuert. Seit Juli gehören dafür Stürmer Luke Plange (Crystal Palace), Mittelfeldspieler Salifou Diarrassouba (ASEC Mimosas, ex St. Gallen), Verteidiger Pantaleo Creti (Monza U19), Mittelfeldspieler Matteo Mantini (Inter Mailand U19), Verteidiger Allan Arigoni (Rückkehr von Lugano) und Mittelfeldspieler Jonathan Asp-Jensen (Bayern München) dem GC-Kader an.
Ob die vielen neuen Gesichter nun den gewünschten Erfolg bringen, ist schwer einzuschätzen, da es sich mehrheitlich um hierzulande kaum bekannte Spieler handelt, die international (noch) nicht von sich reden gemacht haben. Beim FCZ ist zu erwarten, dass Sauter die Abwehr stabilisiert, derweil Palacio die grosse Wundertüte ist. Jedenfalls dürfte die Aufgabe, vorne in der Super League (und dann wieder international) mitzuspielen, im Vergleich zur letzten Saison nicht leichter geworden sein.
Für GC sieht die Lage zumindest auf dem Papier wieder etwas rosiger aus. Zwar liess das knappe Budget der Besitzer aus Los Angeles keine grossen Sprünge zu. Doch könnte insbesondere der Däne Asp-Jensen, der einst als vielgepriesenes Talent zu Bayern München kam, die nötige Qualität ins Team zurückbringen. Und vielleicht sorgen auch Plange und Diarrassouba in der Offensive und Spielgestaltung für die erhofften Akzente.
Generell dürften aber weder der FCZ noch GC bei der Vergabe des Meistertitels mitreden. Dafür ist die Konkurrenz – vorab Basel, YB und Servette – einfach zu stark. Und mit finanziellen Mitteln gesegnet, von denen die beiden Zürcher Stadtklubs (besonders Mangels eines geeigneten Heimstadions) nur träumen können. Dennoch ist Daumendrücken angesagt, wenn am Freitag, 25. Juli, der FCZ zu Hause gegen Sion (Spielbeginn 20.30 Uhr) und tags darauf GC ebenfalls im Letzigrund gegen Luzern (Spielbeginn 18 Uhr) in die neue Saison starten.
Die Viertelfinals der Women's Euro 2025 in der Schweiz hatten es in sich und waren an Dramatik kaum zu überbieten. Erst schaltete am Mittwoch Italien die Norwegerinnen in Genf durch ein Tor von Christiana Girelli in der 90. Minute aus (2:1). Am Donnerstag setzten sich dann die Engländerinnen im Letzigrund nach einem 0:2-Rückstand in der regulären Spielzeit und einem nervenaufreibenden Elfmeterschiessen mit insgesamt 9(!) verschossenen Penaltys durch (2:2 n. V., 3:2 i. E.). Am Freitag musste sich die Schweiz nach aufopferndem Kampf in Bern Spanien mit 0:2 geschlagen geben, wobei die Ibererinnen zwei Strafstösse vergaben. Und am Samstag konnte sich Deutschland dank einer herausragenden Teamleistung zu zehnt (nach Rot für Kathrin Hendrich in der 13. Min.) gegen Frankreich ebenfalls im Penaltyschiessen durchsetzen (1:1 n. V., 6:5), wobei die deutsche Torhüterin Ann-Katrin Berger nicht nur den entscheidenden letzten Elfer hielt, sondern auch selbst einen versenkte. Die Halbfinalpaarungen lauten nun England - Italien (Di, 22. 7., 21 h, in Genf, Spielende nach Redaktionsschluss) sowie Deutschland - Spanien (Mi, 23. 7., 21 h, im Zürcher Letzigrund). SB
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