Mehr Grün als Beton
Viel Asphalt, viel Verkehr. Zürcher Politiker wollen den Bucheggplatz begrünen - als Pionierprojekt für andere Verkehrsknotenpunkte. - Von Ginger Hebel
Bauarbeiten am Bucheggplatz sind an der Tagesordnung. Zürcher Politiker fordern einen begrünten Platz als Vorreiter für weitere Verkehrsknoten. GH
Viel Asphalt, viel Verkehr. Zürcher Politiker wollen den Bucheggplatz begrünen - als Pionierprojekt für andere Verkehrsknotenpunkte. - Von Ginger Hebel
Der Bucheggplatz ist ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt in der Stadt. Derzeit stören sich viele Autofahrer und Pendler über die massiven Verkehrsbehinderungen. «Die Bauarbeiten dauern schon sehr lange an. Verspätungen, Lärm, gesperrte Fahrbahnen. Die vielen Baustellen erschweren das Durchkommen», sagt Anwohnerin Lisa Berger. Wie das Tiefbauamt auf Anfrage mitteilt, verlaufen die Bauprojekte zeitlich wie geplant. Die Arbeiten in der Rötel- und Bucheggstrasse dauern voraussichtlich bis Juni 2026. Die Sanierung der Fussgängerspinne ist wohl Ende 2026 abgeschlossen. «Der Bucheggplatz ist heute ein Symbol für den betonlastigen Städtebau des letzten Jahrhunderts – viel Asphalt, viel Verkehr, wenig Aufenthaltsqualität», sind sich die Stadtzürcher SP-Gemeinderäte Matthias Renggli und Severin Meier einig. Zusammen mit weiteren Politikern fordern sie den Stadtrat auf, zu prüfen, wie der Platz im Rahmen eines Pionierprojekts für grössere Plätze und Verkehrsknoten begrünt werden kann. «Eine Begrünung würde den Platz aufwerten, das Stadtklima verbessern und das Gebiet für die Anwohner und Passanten deutlich lebenswerter machen.»
Ziel solle es sein, aus einer reinen Verkehrsinfrastruktur einen multifunktionalen Raum zu machen, der zur Erholung, zur Kühlung und zur ökologischen Vielfalt beiträgt. «Solche Projekte sind ein zentraler Baustein für eine klimagerechte Stadtentwicklung», ist Severin Meier überzeugt. Bei Verkehrsknoten wie dem Bucheggplatz entstehen sogenannte Hitzeinseln – Orte, an denen sich Beton und Asphalt im Sommer stark aufheizen. Begrünung sei wichtig, um Hitze einzudämmen. «Auch die Solartechnologie hat in den letzten Jahren entscheidende Fortschritte gemacht. Zusammen mit Begrünung entstehen nicht zu unterschätzende Synergieeffekte; mehr Kühlung und mehr Biodiversität», erklärt Matthias Renggli und betont: «Vertikale Begrünungen sind heute technisch gut machbar. Gerade grosse Haltestellendächer sollte man nutzen.»Die Erfahrung aus verschiedenen europäischen Städten zeigt: Begrünte Haltestellendächer haben viele Vorteile: Die Pflanzen binden Feinstaub und Luftschadstoffe und können Regenwasser speichern. Damit leistet die Begrünung einen Beitrag zur Beschattung und Kühlung der Umgebung.
Severin Meier sieht auch bei bestehenden Strukturen wie der Fussgängerspinne, der Überführung oberhalb des Bucheggplatzes, Potenzial. «Begrünte Wände oder Rankpflanzen an Geländern könnten ein Anfang sein.» Vor ein paar Jahren testete die VBZ Begrünungen auf Haltestellendächern. Das Projekt wurde aber nicht weitergeführt. «Das ist schade», findet Matthias Renggli. «Denn gerade bei grösseren Verkehrsknoten wie dem Bucheggplatz können solche Massnahmen sichtbare und wirksame Effekte erzielen.»
Ja am besten ganz Öv und Auto sowie Lieferwagen und LKW frei
Robert Gisi antworten
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