Retter eines Wahrzeichens
Eine Arbeitsgruppe setzt sich dafür ein, dass das Wasserrad wieder in den Schwamendinger Wald zurückkehrt. Doch für die Reparatur braucht es Geld und es gibt noch rechtliche Hürden. - Von Pia Meier
Eine Arbeitsgruppe setzt sich dafür ein, dass das Wasserrad wieder in den Schwamendinger Wald zurückkehrt. Doch für die Reparatur braucht es Geld und es gibt noch rechtliche Hürden. - Von Pia Meier
Wenn Schwamendinger Spaziergängerinnen und Jogger das Waldstück oberhalb der Ziegelhütte durchqueren, dann vermissen sie besonders ein ehemaliges Wahrzeichen dieses Orts: das Wasserrad neben dem Picknickplatz. «Es wäre schön, wenn es wieder dort platziert würde, denn es gehört zu Schwamendingen», betont ein älteres Paar. Aber weil es schon eine Weile nicht mehr vor Ort ist, befürchten einige, dass es nicht mehr an seinen Platz zurückkehren wird. Tatsächlich wurde das Wasserrad wurde wegen eines Defekts entfernt. Eine kleine Arbeitsgruppe um Patrik Gerber und Rolf Gerber setzt sich seit Anfang dieses Jahres dafür ein, dass es repariert und wieder an seinem ursprünglichen Ort aufgestellt wird. «Ich habe als Kind viel auf dem Platz gespielt», erklärt Patrik Gerber seine Motivation. Auch während der Pfadi sei er oft vor Ort gewesen. Er wohnt zudem in unmittelbarer Nähe.
Zurzeit lagert das Schwamendinger Wasserrad in den Räumen der Firma Analp neben der Ziegelhütte. Es handelt sich um einen grösseren Defekt: Die Achse muss ausgewechselt werden. Dafür braucht es einen Wasserrad-Spezialisten. «Wir haben eine Offerte eingeholt, was eine solche Reparatur kosten würde», hält Patrik Gerber fest. Er rechnet mit Kosten zwischen 20 000 und 30 000 Franken. «Anstelle der Reparatur haben wir auch daran gedacht, ein neues Wasserrad zu kaufen.» Das Geld würden sie zusammenbringen, ist Patrik Gerber überzeugt. Der Verschönerungsverein würde einen namhaften Betrag spenden. Aber auch der Quartierverein Schwamendingen und viele Mitglieder des Gewerbevereins würden sie finanziell unterstützen. Der Quartierverein hat das Patronat für das Projekt übernommen. Die Schwamendinger Firma Peter Transport hat zudem den Transport zugesagt. Die Arbeitsgruppe reichte einen Projektantrag beim kantonalen Amt für Wasser, Energie und Luft AWEL ein.
Patrik Gerber hat eine Webseite fürs Wasserrad eingerichtet. Auf dieser wird die Schwamendinger Bevölkerung aufgerufen, Gönner zu werden. Der Arbeitsgruppe geht es um die Bewahrung eines Stücks lebendiger Geschichte. Das Wasserrad in Schwamendingen sei mehr als nur ein altes Bauwerk – «es ist ein lebendiges Zeichen unserer lokalen Geschichte. Es erinnert an Handwerk, Nachhaltigkeit und daran, wie eng die Menschen hier mit ihrer Umgebung verbunden waren – und sind.»
Es gibt aber noch rechtliche Hürden. Wer übernimmt die Haftung? Auch die Eigentumsverhältnisse sind nicht geklärt. Und nicht zuletzt muss der Unterhalt gesichert sein. «Bevor diese Fragen geklärt sind, können wir nicht aktiv werden», betont Patrik Gerber. Man habe mit Grün Stadt Zürich Kontakt aufgenommen. Ein Ortstermin mit der Direktorin von Grün Stadt Zürich habe am 9. Mai stattgefunden. Die städtische Dienstabteilung habe ihnen eine Antwort bis Ende August zugesagt. Grün Stadt Zürich bestätigt auf Anfrage, dass Gespräche rund um den möglichen Wiederaufbau des Wasserrades im Schwamendinger Wald stattfinden und man die Bemühungen unterstütze.
Das Schwamendinger Wasserrad wurde 1976 anlässlich der Gründung des Stadtkreises 12 fünf Jahre zuvor konstruiert. Jeder Verein sollte damals einen Beitrag leisten. Die Männerriege entschied sich für ein Wasserrad. Das Projekt avancierte zu einem Schwamendinger Gemeinschaftswerk: Erbaut wurde es von Schreiner Heiri Meier, Emil und Werner Peter transportierten das 500 Kilogramm schwere Wasserrad zu seinem Standort am Schwesternbungertbach. Die Mauerarbeit übernahm die Feuerwehr Schwamendingen, die Schlosserarbeiten Hans Zeindler. Die Leitung über den Aufbau hatte Louis Olivetti inne. Und immer wieder zugepackt haben Mitglieder der Männerriege. Nächstes Jahr könnte das 50-Jahr-Jubiläum des Wasserrads gefeiert werden.
Weitere Informationen:wasserrad.ch
Genau an der Stelle haben ich mit Bruder Peter, späterer Staatsförster dort, R.I.P) anfangs 50er schon Wasser gestaut und gespielt. Vom Missbrauch dort, will ich jetzt nichts schreiben, gibt Polizei-Rapport. Damals war das Spielen und Holz sammeln im Wald und Freien noch in der meisten Freizeit. Heute? Bildschirme?
Max Greuter antworten
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