Schaltzentrale nimmt Gestalt an
Rund vier Jahre nach dem Spatenstich präsentierte am letzten Mitttwoch Stadtrat Michael Baumer den Medien den Rohbau des künftigen EWZ-Betriebsgebäudes Herdern. 2027 soll es eröffnet werden. - Von Sacha Beuth
Rund vier Jahre nach dem Spatenstich präsentierte am letzten Mitttwoch Stadtrat Michael Baumer den Medien den Rohbau des künftigen EWZ-Betriebsgebäudes Herdern. 2027 soll es eröffnet werden. - Von Sacha Beuth
Im September 2020 hatte das Stadtzürcher Stimmvolk mit einem Ja-Anteil von 88,2 Prozent den Objektkredit von 167,44 Mio. Franken für die Instandsetzung und Optimierung des gesamten EWZ-Areals Herdern bewilligt. Nun ist der Rohbau dazu erstellt, allerdings noch derart mit 320 Tonnen an Gerüsten ummantelt, dass man gewisse Dinge nur erahnen kann. Etwa den Durchgang vom Pfingstweidpark zur Duttweilerbrücke, der von einem markanten Vorbau, der von drei Schrägstützen getragen und den künftig durchgängigen Mühleweg überragen wird.
Stadtrat Michael Baumer zeigte sich am letzten Mittwoch bei einer Baustellenführung für die Mediengerade von diesem Gebäudeteil besonders beeindruckt. «Der Vorbau erinnert mich an eine Seilbahnstation. Oder sogar an eine James-Bond-Filmkulisse», so der Vorsteher der Industriellen Betriebe, der 2021 mit dem Bagger den Spatenstich für den neuen Komplex ausgeführt hatte. Zwar wird nun nicht der britische Geheimdienst MI6 einziehen, aber immerhin die Netzleitstelle von EWZ, welche von hier das gesamte Stromnetz der Stadt Zürich mit seinen 18 Unterwerken und 800 Trafostationen steuert.
Das neue Betriebsgebäude geht bis auf dem genannten Vorbau und der damit verbundenen Aufstockung um zwei Etagen aus dem alten Gebäude aus dem Jahr 1974 hervor, das bis auf seine Betonstruktur zurückgebaut wurde. «Das ist deutlich ressourcenschonender als ein Komplettabriss mit Neubau», erklärte EWZ-Gesamtprojektleiter Simon Frei, der zusammen mit Baumer und Roman Pfister vom verantwortlichen Zürcher Architekturbüros Meili Peter & Partner durch die Baustelle führte. Letzterer hob lobend hervor, dass EWZ auf Nachhaltigkeit setze und so robuste Materialien verwendet werden, «damit man auch in 20 Jahren noch eine gute Fassade hat». Auch energietechnisch (Minergie-P-eco) wird das Projekt wegweisend sein: Die wichtigste Energiequelle bildet das Grundwasser, das über eine neuartige Rezirkulationsanlage genutzt wird. Auf dem Dach wird eine Photovoltaikanlage von knapp 2000 m² rund 160 000 Kilowattstunden nachhaltigen Solarstrom pro Jahr erzeugen.
Bei den Bauarbeiten gab es einige Herausforderungen zu stemmen. Einerseits musste bei laufendem Betrieb des ebenfalls auf dem Gelände befindlichen Unterwerks Herdern gebaut werden, was entsprechende Sicherheitsmassnahmen nach sich zog. Andererseits war ein temporäres Absenken des Grundwasserspiegels nötig, da die bestehende Einstellhalle unter dem Gebäude erweitert wurde. Im Herbst 2027 soll der 128 Meter lange, 23 Meter breite und knapp 30 Meter hohe Bau eröffnet werden und bis zu 600 Arbeitsplätze bieten. «Viele davon betreffen Standorte, wo wir bislang Büroflächen hinzumieten mussten. Das fällt dann weg und so können jährlich rund eine Million Franken an Mietkosten eingespart werden», freut sich Stadtrat Michael Baumer.
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