Das Aztekenstadion in Mexiko-City: Hier findet am 11. Juni das Eröffnungsspiel der Fussball-WM 2026 statt. Bild: Wikipedia; ProtoplasmaKid
Wenn morgen Donnerstag um 21 Uhr mitteleuropäischer Zeit im Aztekenstadion vor voraussichtlich gut 90 000 Zuschauern das Spiel Mexiko gegen Südafrika angepfiffen wird, so ist dies nicht nur der Beginn der 23. Fussballweltmeisterschaft, sondern auch der Beginn eines Turniers von Superlativen und Premieren. Erstmals findet die Endrunde der Fifa-WM gleich in drei Ländern – Kanada, USA und Mexiko – und somit quasi auf einem ganzen Kontinent statt. Statt 29 Tage wie bei der letzten WM 2022 in Katar dauert die diesjährige Ausgabe 39 Tage, also deutlich mehr als einen Monat. Die insgesamt 104 Partien werden in 16 Städten ausgetragen, die sich auf vier Zeitzonen verteilen. Das ist ebenso ein Rekord wie die 48 Nationalteams, die am Event teilnehmen.
Damit ist aber der Gigantismus bei weitem noch nicht beendet. So stehen für die Spiele insgesamt 5,5 Millionen Tickets zur Verfügung. Und deren Preise haben es in sich. Während die Billette für die Gruppenphase im offiziellen Vorverkauf zwischen 60 und 620 Franken kosten und damit teuerungsbedingt den Vergleich zur letzten WM nicht scheuen müssen, sieht es bei der ebenfalls von der Fifa geführten Wiederverkaufsplattform anders aus. Dort kosten die Tickets schnell einmal das Zehnfache und mehr. Ein Finalticket in bevorzugter Lage, welches original rund 8800 Dollar kosten würde, wurde – in einer Paketlösung mit 4 Billetten – für 2,3 Millionen Dollar pro Ticket angeboten. Für die Fifa übrigens ein glänzendes Geschäft, da sie 15 Prozent des Wiederverkaufspreises vom Verkäufer erhält. Dennoch waren vor Beginn des Turniers über Dreiviertel der Plätze in den Stadien ausverkauft. Und dies bei den wohl grössten Kapazitäten bei einer Fussball-WM. Keines der Stadien fasst weniger als 45 000 Zuschauer (BMO Field in Toronto). In der grössten Arena, dem AT&T Stadium in Arlington/Dallas, haben sogar 94 000 Personen Platz. Für den Final am 19. Juli im MetLife Stadium in East Rutherford bei New York sind es immer noch 82 500. Gut möglich, dass es auch bei den TV-Zuschauern einen Rekord gibt. Die Fifa rechnet mit 6 Milliarden, welche die Spiele vor dem Fernseher verfolgen dürften.
Die Zahlen allein garantieren aber noch kein erfolgreiches Turnier. Und so darf man gespannt sein, ob auch in Sachen Anzahl Tore, spielerischer Qualität und Dramatik diese WM mit vielen ihrer Vorgängerinnen mithalten kann. Und wie oft sich Zürich mit jubelnden und Fahne schwingenden Fans in eine Festhütte verwandelt.
Sacha Beuth, Redaktor