Braucht wieder breite Schultern, damit die Schweiz an der WM 2026 zum Überflug ansetzen kann: Captain und Spielmacher Granit Xhaka. Bild: Key
09.06.2026 16:56
WM-Special - Die Schweizer Nati
Schweiz als Wundertüte
An den letzten drei WM-Endrunden musste die Schweiz jeweils nach dem Achtelfinale heimreisen. Das Team bringt nun viel Turniererfahrung mit sich. Doch reicht die Qualität für einen weiteren Sprung nach vorn? - Von Sacha Beuth
Mit einem mässigen 1:1 gegen Australien im letzten Testspiel hat die Schweiz ihre Vorbereitung zur Fussball-WM 2026 abgeschlossen und harrt in ihrem Basiscamp im Luxushotel Fairmont Grand Del Mar in San Diego dem WM-Start entgegen. Für Naticoach Murat Yakin geht es nun darum, die letzten Puzzleteile für das erste Spiel der Schweiz in der Gruppe B gegen Katar (Samstag, 13. Juni, 21 Uhr MEZ, in Santa Clara/San Francisco) zusammenzusetzen. Gegeben sind mehr oder weniger für die Startelf Goalie Kobel, die Verteidigung mit Rodriguez, Akanji, Elvedi und Widmer sowie für Mittelfeld und Sturm Xhaka, Aebischer, Ndoye und Embolo. Ansonsten kommt es darauf an, ob Yakin eher auf Erfahrung (Freuler, Sow, Vargas, Zakaria) oder jugendliche Dynamik (Rieder, Amdouni, Manzambi) setzt. Oder ob er eine taktische Überraschung plant.
Aufgepasst auf Bosnien
Wahrscheinlich aber ist es noch nicht nötig, in die Trickkiste zu greifen. Dafür ist die Qualität des ersten Gegners zu überschaubar. Ein erster Wegweiser könnte dann im zweiten Gruppenspiel Bosnien-Herzegowina sein (Donnerstag, 18. Juni, 21 Uhr MEZ, in Inglewood/Los Angeles). Gerade deren Sturm mit Ermedin Demirovic (VfB) und dem angejahrten Edin Dzeko (Schalke) könnte der Schweiz einige Schwierigkeiten bereiten. Das dritte und letzte Gruppenspiel gegen Kanada (Mittwoch, 24. Juni, 21 Uhr MEZ in Vancouver) sollte wiederum – trotz des schnellen Bayern-Verteidigers Alphonso Davies – leichter fallen. Angesichts dieser Gegner und der Tatsache, dass sich auch die acht besten Gruppendritten für die Sechzehntelfinals qualifizieren, ist ein Weiterkommen schon fast Pflicht. Davon ausgehend, dass die Schweiz Gruppenerste wird, könnten dann voraussichtlich die Elfenbeinküste, Japan, der Iran, Senegal oder Österreich der Gegner sein. Insofern ist das Erreichen des Achtelfinals ebenso in Griffweite.
Die grosse Frage ist, ob es für mehr reicht. Ob die Wundertüte Schweiz nach den WMs 2014, 2018 und 2022 ihre volle Qualität ausspielen und einen weiteren Schritt machen kann. Dafür müssen nebst dem Eingangs erwähnten taktischen Gespür von Yakin weitere Parameter stimmen: Einen Xhaka im Vollbesitz seiner Kräfte, einen Kobel auf dem Niveau eines Sommer oder Benaglio, Kaltblütigkeit und Effizienz im Abschluss, ein mental noch stärkeres Auftreten als Team und natürlich das notwendige Quäntchen Glück.
Das Schweizer Kader für die WM 2026
Tor: Marvin Keller (23 Jahre/YB), Gregor Kobel (28 Jahre/Dortmund), Yvon Mvogo (32 Jahre/Lorient);
Verteidigung: Manuel Akanji (30 Jahre/Inter Mailand), Aurèle Amenda (22 Jahre/Frankfurt), Eray Cömert (28 Jahre/Valencia), Nico Elvedi (29 Jahre/Mönchengladbach), Luca Jaquez (23 Jahre/VfB Stuttgart), Miro Muheim (28 Jahre/HSV), Ricardo Rodriguez (33 Jahre/Real Betis Sevilla), Silvan Widmer (33 Jahre/FSV Mainz);
Mittelfeld und Sturm: Michel Aebischer (29 Jahre, SC Pisa), Zeki Amdouni (25 Jahre/Burnley), Breel Embolo (29 Jahre/Stade Rennais), Christian Fassnacht (32 Jahre/YB), Remo Freuler (34 Jahre/Bologna), Cedric Itten (29 Jahre, Fortuna Düsseldorf), Ardon Jashari (23 Jahre/AC Milan), Johan Manzambi (20 Jahre/Freiburg), Dan Ndoye (25 Jahre/Nottingham), Noah Okafor (26 Jahre/Leeds), Fabian Rieder (24 Jahre/Augsburg), Djibril Sow (29 Jahre/FC Sevilla), Ruben Vargas (27 Jahre/FC Sevilla), Granit Xhaka (33 Jahre/Sunderland), Denis Zakaria (29 Jahre/AS Monaco).