Verzögerte Erweiterung
Das 108-Millionen-Franken-Projekt für die Erweiterung der Schulanlage Riedhof schien beschlossen. Nun bringt ein Stolperstein den Zeitplan ins Wanken und liefert den Gegnern neue Argumente. - Von Pia Meier
Das Bauvorhaben zur Erweiterung der Schulanlage Riedhof muss noch einmal geprüft werden. Visualisierung: Jonas Wüest Architekten
Das 108-Millionen-Franken-Projekt für die Erweiterung der Schulanlage Riedhof schien beschlossen. Nun bringt ein Stolperstein den Zeitplan ins Wanken und liefert den Gegnern neue Argumente. - Von Pia Meier
Eigentlich schien der geplanten Erweiterung der Schulanlage Riedhof in Höngg nichts im Wege zu stehen. 2023 wurde ein Architekturwettbewerb unter Einbezug von Quartier und Kreisschulbehörde durchgeführt. Der Ausführungskredit von 108 Millionen Franken wurde im November 2025 von den Stimmberechtigten gutgeheissen. Die Bauzeit war ursprünglich von 2026 bis 2029 geplant.
Doch nun ist das Projekt ins Stocken geraten. Bewohnende der Reinhold-Frei-Strasse und der Regensdorferstrasse haben Einsprache erhoben. «Wegen eines Fehlers musste die Stadt Zürich das Baugesuch zurückziehen und muss nun ein neues Baugesuch auflegen», so ein Anwohner gegenüber dem «Tagblatt». «Sollte das Baugesuch in der alten Form nur neu aufgelegt werden, könnte mit erneuten Einsprachen gerechnet werden.» Er bezeichnet den geplanten Erweiterungsbau als «überrissenes und überdimensioniertes Luxusprojekt». Entscheidend sei für das Baurekursgericht gewesen, dass die Stadt vor dem Bauprojekt keine förmliche Schutzabklärung für die inventarisierte Umgebung des Schulhauses eingeholt habe. Diese ist im kommunalen Inventar der schützenswerten Gärten und Anlagen aufgeführt. Für den Anwohner ist klar: «Damit bestätigt das Baurekursgericht indirekt, dass der viel gepriesene Bauklotz nicht auf das Gelände passt und sich auch nicht in die schutzwürdige bestehende Schulanlage eingliedert» Den Vorwurf, dass es sich beim Rückzug des Baugesuchs um einen «Fehler» gehandelt habe, weist das Hochbaudepartement entschieden von sich. Die Stadt habe das ursprüngliche Baugesuch zurückgezogen, um den Schutzentscheid in Bezug auf die Umgebung nachzuholen und das Verfahren auf eine rechtssichere Grundlage zu stellen. «Nach Vorliegen des Schutzentscheids kann das Bauvorhaben durch das Amt für Baubewilligung erneut geprüft werden.» Dadurch verschiebe sich der Baubeginn um rund ein Jahr, voraussichtlich von 2026 auf 2027. «Die Stadt Zürich arbeitet daran, den Erweiterungsbau im weiteren Verfahren zügig voranzubringen.»
Zu wenig Kapazität
Im Quartier Höngg ist die Anzahl Schülerinnen und Schüler in den letzten Jahren stark gestiegen. «Deshalb reicht der Platz in der Schulanlage Riedhof nicht mehr aus», begründet die Stadt den geplanten Erweiterungsbau. Die Mehrheit der rund 620 Schulkinder werde heute in provisorischen Züri-Modular-Pavillons unterrichtet und betreut. Auch die gemeinsame Verpflegung über Mittag und der Sportunterricht seien nur mit Übergangslösungen möglich. «Entsprechend ist auch mit der Einführung der Tagesschule ab 2029 der Bedarf an neuem Schulraum gross», so die Stadt weiter. Gleichzeitig bestehe eine hohe Nachfrage nach zusätzlichen Sporthallenkapazitäten.
Die Schulanlage Riedhof soll mit dem Erweiterungsneubau für 21 zusätzliche Primarschulklassen und einer Doppelsporthalle ergänzt werden. Insgesamt wird damit künftig Raum für rund 730 Schülerinnen und Schüler geschaffen. Auch Vereine könnten die Doppelsporthalle am Abend und an den Wochenenden für ihre Trainings und Turniere nutzen. In einem separaten Projekt ist vorgesehen, die Provisorien auf den Anlagen Riedhof, Pünten und Lachenzelg im Anschluss rückzubauen. Später soll der Altbau saniert und zu einer Sekundarschule umgestaltet werden.
Lade Fotos..