Tobias Langenegger, Stadtrat der Stadt Zürich. Bild: Goran Basic.
Am Montag füllen sich die Stadtzürcher Schulen wieder mit Leben. Für die Schüler*innen der Schule Waidhalde wird das ein besonderer Tag: Sie beziehen Räumlichkeiten, die eine neue Geschichte erzählen. Zum Schulstart erwacht die ehemalige Kirche Wipkingen zu neuem Leben – als Schule mit Bibliothek, Singsaal und Betreuungsbereichen.
Ende Juni durfte ich dieses Projekt gemeinsam mit dem Schul- und Sportdepartement sowie der evangelisch-reformierten Kirchgemeinde vorstellen. Wo früher gepredigt wurde, wird neu gelernt, gelacht und gespielt. Das Projekt zeigt exemplarisch den Wandel im Zürcher Hochbau: Weg von der reinen Neubau-Orientierung, hin zu kreativen Umnutzungen.
Als Hochbauvorsteher bin ich überzeugt, dass bestehende Gebäude eine wichtige Ressource für die Nachhaltigkeit sind. Umbauen und Umnutzen ist mehr als eine architektonische Spielerei. Es ist eine Notwendigkeit, um für den Platzbedarf leerstehende Räume neu zu beleben. Das dient auch dem Klimaschutz: Indem wir die vorhan-
dene Bausubstanz weiterentwickeln, sparen wir grosse Mengen Energie, die sonst für den Abriss und die
Herstellung neuer Baumaterialien verpuffen würde.
Umnutzungen verlangen von der Verwaltung, den Architekt*innen und der Bauwirtschaft Kreativität und Flexibilität. In der Kirche Wipkingen ist uns das mit einer reversiblen Baustruktur gelungen. Sie respektiert den historischen Charakter des Denkmals und genügt dennoch modernsten Anforderungen. Wir beleben das Quartier, erhalten das vertraute Stadtbild und schonen gleichzeitig die Ressourcen. Jede gelungene Umnutzung beweist, dass
zukunftsfähiges Bauen im Bestand nicht die Ausnahme sein muss. Wenn wir das Vorhandene als Fundament begreifen und weiterentwickeln, schaffen wir ein Zürich, das auch für kommende Generationen lebenswert bleibt.
Ich wünsche Ihnen schöne letzte Sommerferientage und allen Schüler*innen und Lehrpersonen einen guten Start ins neue Schuljahr.
Stadtrat Tobias Langenegger,
Hochbaudepartement