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Album

Ein neuer Blick

28. Juli 2020

Ein Klartext von Jan Strobel, Redaktor

Zumindest in meinem noch jungen Leben gab es keinen Nationalfeiertag, der in einer derart krisengebeutelten Zeit begangen wurde wie dieser 1. August. Gerade für meine Generation, die jetzt auf die 40 zugeht, und noch vielmehr für die jüngeren Schweizerinnen und Schweizer verschieben sich derzeit nicht nur Lebensentwürfe; die Beziehung zur Heimat wird neu gedacht. Vor der Krise schien alles seinen mehr oder weniger sicheren Gang zu nehmen. Es herrschte mitunter eine vom Wohlstand gefütterte Sättigung vor, vielfach auch eine Übersättigung, eine Reizüberflutung. Denn die Beziehung zur Welt hatte eine ganz grosse zu sein. In jeder noch so abgelegenen Weltecke konnte man auf einen reisefreudigen Zürcher treffen. Wer sich dem Weltenbummeln nicht anschloss, war fast schon ein Sonderling. Die Schweiz, sie wurde oft stiefmütterlich behandelt. Die Beziehung zum eigenen Land war irgendwie gestört. Vor langer Zeit gab es mal ein Volkslied, geschrieben von einem Zürcher: «Chum Bueb und lueg dis Ländli a». Es ist eine Devise, die noch vor Kurzem von manchem als patriotisches Spiessertum abgetan worden wäre. Und heute? Diesen Sommer folgen der Devise zig Tausende Schweizer, die endlich ihre Heimat ganz neu entdecken und denken.

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