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Gut zu wissen

Bei Tenti lernte die Zürcher Kundschaft italienische Esskultur kennen.Bild: Baugeschichtliches Archiv

Der Geschmack Italiens im Schimmeltor

Von: Jan Strobel

17. Januar 2018

Momentaufnahme: Eine sommerliche Alltagsimpression aus den späten 40er-Jahren zeigt ein Stück mediterraner Kulinarikgeschichte in der Stadt Zürich.

Die Strassenszene aus dem Jahr 1948, welche dieses Foto abbildet, könnte fast aus einem italienischen, neorealistischen Film eines Vittorio De Sica oder Pasolini entstammen. Die Architektur erinnert an Mailand oder Rom, und vor dem Lebensmittelgeschäft Tenti begutachten an diesem sommerlichen Nachmittag junge Mütter mit ihren Kinderwagen die Auslagen. Im Schaufenster sind akkurat die «fiaschi» aufgereiht, die toskanischen Korbflaschen mit Chianti. Dahinter zeichnen sich sorgfältig aufgestapelte Früchte ab.
 
Einzig das Schild Birmensdorferstrasse verrät, wo sich diese Szene wirklich abspielt, nämlich in Wiedikon, gleich gegenüber dem Bahnhof. Zwischen 1937 und 1943 war die Gegend zu einer für Zürcher Verhältnisse fast schon grossstädtischen Verkehrsachse ausgebaut worden. Entlang der Schimmelstrasse reihten sich die Gebäude in modernster Architektur, komplettiert von zwei mächtigen Kopfbauten, dem Haus Zum Schimmeltor und dem Haus Zum Korn. Im Schimmeltor, Birmensdorferstrasse 83, bot damals das Geschäft Tenti italienische Delikatessen an. Heute befindet sich dort ein Beratungslokal für Immobilien. 

Das Unternehmen Tenti, das noch immer in Winterthur besteht, geht auf Angelo Tenti zurück, der 1905 in die Schweiz eingewandert war und als Pionier seiner Wahlheimat italienische Esskultur näherbrachte. Die geschäftstüchtige Maxime: «Sempre contenti con Tenti» – stets zufrieden mit Tenti. 

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Leserkommentare

verena gloor - sieht aus wie bei uns in Bella Italia

Vor 3 Jahren 1 Monat  · 
Noch nicht bewertet.