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Interview

"Ich würde genau einführen, dass jeder einmal die Arbeit des anderen machen muss"

Von: Janine Grünenwald

13. März 2013

125 Frauen und Männer sitzen im Gemeinderat der Stadt Zürich. Wie ticken unserer Parlamentarier? Diese Woche mit Thomas Schwendener, SVP.

Tagblatt der Stadt Zürich: Welches ist Ihr Lieblingsrestaurant in Zürich?

Thomas Schwendener: Das Restaurant Bürgli in Seebach. Man isst hier gut und günstig, und es ist noch eines der wenigen Lokale im Quartier, das gutbürgerliche Küche serviert.

Was geht Ihnen in Zürich besonders auf den Keks?

Schwendener: Man will mit unserer Stadt immer noch höher hinaus, sich mit Weltstädten messen, statt mal auf dem Boden zu bleiben. Das alles kostet Geld.

Sie machen eine Schönheitsoperation. Was würden Sie ändern und warum?

Schwendener: Ich würde keine Schönheitsoperation an mir machen lassen.

Wer ist Ihr liebster politischer Gegner und warum?

Schwendener: Das ist Markus Knauss von den Grünen. Er argumentiert sachlich und hat uns auch schon unterstützt. Mancher könnte sich davon eine Scheibe abschneiden.

Wer ist Ihr Vorbild oder Kindheitsheld?

Schwendener: Im Nachhinein gesehen, waren das sicher meine Eltern. Und natürlich Winnetou und Old Shatterhand.

Wann haben Sie das letzte Mal einen über den Durst getrunken?

Schwendener: Oh, ich bin mir jetzt nicht mehr sicher, da müssen Sie meine Kollegen fragen.

Wann haben Sie zum letzten Mal geweint?

Schwendener: Das war an Weihnachten, als ich an meinen verstorbenen Vater gedacht habe.

Was ist Ihnen heilig?

Schwendener: Meine Familie und ganz besonders der gemeinsame Sonntagmorgen.

Glauben Sie an Gott?

Schwendener: Ja, aber vielleicht nicht so fanatisch wie andere.

Welches ist Ihre Lieblingsband?

Schwendener: Im Bereich Unterhaltungsmusik höre ich von den 60er-Jahren bis heute eigentlich alles. Besonders gefällt mir die Band Erste Allgemeine Verunsicherung.

Geben Sie einem Bettler Geld?

Schwendener: In der Regel nicht. Ich gebe aber jeweils etwas in die Topfkollekte der Heilsarmee. Die bewundere ich.

Sex ohne Liebe. Was halten Sie davon?

Schwendener: Ich war auch mal jung, aber jetzt brauche ich das nicht mehr so sehr (lacht).

Sie gehen mit Ihrer Partnerin fein essen. Was darf es höchstens kosten?

Schwendener: Man kann das mit der Auswahl des Lokals ja etwas steuern. Wenn wir chic auswärts gehen, dann darf es auch mal 200 bis 250 Franken kosten. Ein guter Wein gehört schliesslich zu einem feinen Essen dazu.

Wer ist für Sie der bedeutendste Zürcher?

Schwendener: Davon gibt es viele. Ich kann aber niemand Bestimmtes nennen.

Von welchem Beruf träumten Sie als Kind?

Schwendener: Pilot, Lokführer, Polizist – so die üblichen Bubenträume.

Sie sind einen Tag lang König der Schweiz. Welches Gesetz würden Sie einführen?

Schwendener: Zu meiner Zeit beim Migros-Bund mussten wir für einen Tag unseren Bürostuhl gegen eine Kasse tauschen und in einer Migros-Filiale im Verkauf mithelfen. Das fand ich sehr gut. Ich würde genau dieses Gesetz einführen, dass jeder einmal die Arbeit des anderen machen muss. So bekommt man einen neuen Blick auf die Dinge.

Was haben Sie bis heute leider noch nicht gemacht?

Schwendener: Einen Fallschirmsprung.

Was bereuen Sie?

Schwendener: Nichts.

Wohin wollten Sie schon immer mal verreisen?

Schwendener: In den Norden.

Wovor fürchten Sie sich?

Schwendener: Vor der Verschuldung der jungen Leute. Es wird konsumiert, ohne zu schauen, ob man es sich überhaupt leisten kann.

Was wäre Ihre Henkersmahlzeit?

Schwendener: Honigbrötli.

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