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Interview

"Man will sich ja schliesslich morgens im Spiegel anschauen und toll finden"

Von: Janine Grünenwald

24. Oktober 2012

125 Frauen und Männer sitzen im Gemeinderat der Stadt Zürich. Wie ticken unserer Parlamentarier? Diese Woche mit Urs Fehr, SVP.

Tagblatt der Stadt Zürich: Welches ist Ihr Lieblingsrestaurant in Zürich?

Urs Fehr: Im Sommer bin ich oft im Restaurant Seerose. Ich habe ein Boot und kann dort direkt anlegen. In der kälteren Jahreszeit bin ich gerne in der Wirtschaft Degenried. Sie ist nur fünf Autominuten von meinem Wohnund Arbeitsort entfernt.

Was geht Ihnen in Zürich besonders auf den Keks?

Fehr: Der achtlos weggeworfene Abfall. Es gibt genügend Mülleimer, man muss nicht einfach alles auf den Boden werfen.

Sie machen eine Schönheitsoperation. Was würden Sie ändern und warum?

Fehr: Wenn ich einen Bauch bekäme, würde ich mir den ohne Skrupel absaugen lassen. Man will sich ja schliesslich morgens im Spiegel anschauen und toll finden. Auch wenn ich abstehende Ohren hätte oder eine Hakennase, würde ich das korrigieren lassen.

Wer ist Ihr liebster politischer Gegner und warum?

Fehr: Dominique Feuillet von der SP. Ich finde es amüsant, wenn er seine sozialistisch- gewerkschaftlichen Kampfreden bringt, die mich an das letzte Jahrhundert erinnern. Das hat für mich nicht mehr viel mit der Wirklichkeit zu tun.

Wer ist Ihr Vorbild oder Kindheitsheld?

Fehr: James Bond. Der konnte immer alles und hatte die schönsten Frauen.

Wann haben Sie das letzte Mal einen über den Durst getrunken?

Fehr: Ich trinke keinen Alkohol.

Wann haben Sie zum letzten Mal geweint?

Fehr: Als mein Hund Stanley an Weihnachten 2007 gestorben ist.

Was ist Ihnen heilig?

Fehr: Meine vier Hunde. Wer Menschen kennt, der liebt Tiere.

Glauben Sie an Gott?

Fehr: Schwierige Frage. Ich glaube schon, dass die Seele weiterlebt, auch, dass es Menschen gibt, welche die Gabe haben, mit Verstorbenen Kontakt aufzunehmen. Aber an Wiedergeburt glaube ich nicht, das ist mir dann doch zu hoch.

Welches ist Ihre Lieblingsband?

Fehr: Ich höre Musik quer durch alle Sparten. Ausser Volksmusik, davon kriege ich Kopfschmerzen.

Geben Sie einem Bettler Geld?

Fehr: Nein. Wir haben einen so ausgebauten Sozialstaat, da muss niemand betteln.

Sex ohne Liebe. Was halten Sie davon?

Fehr: Wenn es Spass macht. Das muss jeder für sich selber entscheiden.

Sie gehen mit Ihrer Partnerin fein essen. Was darf es höchstens kosten?

Fehr: Wenn Essen und Service gut sind, dann spielt das keine Rolle.

Wer ist für Sie der bedeutendste Zürcher?

Fehr: Alfred Escher. Er war schweizweit gesehen ein herausragender Politiker. Und als SVP-Politiker natürlich Christoph Blocher. Dank ihm sind wir nicht in der EU.

Von welchem Beruf träumten Sie als Kind?

Fehr: Lokführer oder Polizist.

Sie sind einen Tag lang König der Schweiz. Welches Gesetz würden Sie einführen?

Fehr: Eine Velosteuer. 1000 Franken. Dafür, dass Velofahrer nichts an Radwege oder an sonstige Infrastruktur zahlen, legen sie eine ganz schöne Anspruchshaltung an den Tag.

Wohin wollten Sie schon immer mal verreisen?

Fehr: Ich bin in der privilegierten und glücklichen Lage, dass ich die Orte, die ich sehen wollte, auch besucht habe. Als Nächstes steht Brasilien auf meiner Liste.

Wovor fürchten Sie sich?

Fehr: Vor einer schweren Krankheit und dass ich dann auf die Pflege von Drittpersonen angewiesen wäre.

Was wäre Ihre Henkersmahlzeit?

Fehr: Züri-Gschnätzlets mit Rösti. Und zum Dessert einen Rüeblikuchen vom Café Kaufmann in Flims.

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Leserkommentare

Toni Borer - Schade, dass Urs Fehr nicht bei der SP ist!

Vor 1 Jahr 9 Monaten  · 
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