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Interview

Versprechen ihren Fans einen heissen Auftritt im Hallenstadion: Gene «The Demon» Simmons, Tommy «The Spaceman» Thayer, Eric «The Catman» Singer und Paul «The Starchild» Stanley von Kiss (v. l. n. r.). Bild: zvg

«Zürich ist eine meiner Lieblingsstädte»

Von: Sacha Beuth

09. Juni 2015

Konzert Ob «Lick It Up» oder «I Was Made for Lovin’ You» – die Songs von Kiss sind weltbekannt und längst Evergreens. Nun ist die Hardrock-Band wieder auf Tour und tritt heute Mittwoch im Hallenstadion auf. Das «Tagblatt» sprach vor dem Konzert mit Leadgitarrist Tommy «The Spaceman» Thayer.

Tommy Thayer, nach zwei Jahren kehrt Kiss wieder nach Zürich zurück. Was halten Sie von unserer Stadt und Ihren Schweizer Fans?

Tommy Thayer: Zürich ist ein besonderer Ort und eine meiner Lieblingsstädte. Hier hatten wir immer fantastische Konzerte, und ausserdem kann man bei euch wunderbare Uhren kaufen. Wir sind alle verrückt nach Schweizer Uhren.

Hatten Sie auch Zeit, Zürich selbst und seine kulinarischen Köstlichkeiten kennen zu lernen?

Vor allem Letzteres. Ich liebe Schweizer Schokolade, speziell schwarze Schokolade. Und ich weiss noch, dass wir vor zwei Jahren in der Nähe des Dolder Grand, wo wir beherbergt waren, ein Restaurant besucht und ausgezeichnet gegessen haben. Leider ist mir dessen Name entfallen.

Kommen wir zu Ihrem Auftritt im Hallenstadion. Was erwartet die Zuschauer?

Wie üblich eine heisse Show der Extraklasse mit vielen Pyroelementen und Flugeinlagen. Musikalisch gibt es eine Mischung aus neuen Songs und vielen Goldies wie «Lick It Up». Und dann haben wir auch die eine oder andere Überraschung eingebaut, die ich an dieser Stelle aber nicht verraten will.

Stichwort Pyrotechnik. Dafür ist Kiss weltberühmt. Gab es noch nie einen Unfall?

In einer der ersten Shows hat sich Gene beim Feuerspucken die Haare verbrannt, weil er zu viel von seinem leicht entzündbaren Haarspray aufgetragen hatte. Heute werden wir von Profis unterstützt, die darauf achten, dass so etwas nicht mehr passiert. Seit ich bei Kiss bin, gab es zum Glück keine Unfälle mehr.

Ein weiteres Markenzeichen von Kiss sind die geschminkten Gesichter. Wie lange müssen Sie dafür jeweils in der Garderobe sitzen?

Ich muss erst einmal vorausschicken, dass wir unser Make-up immer selber machen. Normalerweise sind alle nach etwa zwei Stunden fertig. Ich schaffe es in 30 bis 40 Minuten und nutze dann die Zeit, um mich mit der Gitarre aufzuwärmen. Gene und Eric brauchen immer am längsten, weil sie in der Garderobe zu viel quasseln.

Seit 42 Jahren spielt Kiss Rockmusik. Inwieweit haben sich Stil und Texte in dieser Zeit verändert?

Wenn du so lange im Geschäft bist, gehst du durch verschiedene Ären und passt auch deine Musik immer ein Stück weit der Zeit an. In den letzten zehn Jahren haben wir uns wieder mehr hin zu unserem Ursprung, dem klassischen Hardrock der 70er, orientiert. Trotzdem ist Kiss sich selbst, seinem Image in all der Zeit immer treu geblieben. Wir sind quasi wie ein Superheld, der nie aus der Mode gekommen ist.

Ihr letztes Album, «Monster», haben Sie 2002 herausgebracht. Trotzdem sind alte Songs wie «Like It Up» oder «Dynasty» beim Publikum viel beliebter. Ist das für einen Künstler nicht frustrierend?

Nein, das ist normal. Es sind die Songs aus unserer Gründerzeit, mit denen die Fans gross geworden sind. Dagegen ist schwer anzukämpfen.

Die Bandmitglieder von Kiss sind 55 bis 66 Jahre alt. Beschäftigen Sie sich langsam damit, was Sie nach Ihrer Musikkarriere machen werden?

Nein, jedenfalls nicht im Moment. Warum auch? Die Rolling Stones sind ja auch immer noch auf Tour, und die sind teilweise noch älter als wir. Ich bin stolz und glücklich mit dem, was wir tun. Die Chemie stimmt, da kann es ruhig noch etwas weitergehen.

Könnten Sie sich vorstellen, Ihren Lebensabend in Zürich zu verbringen?

Also mein Geld steckt ja schon in einer Schweizer Bank (lacht). Im Ernst: So schön Zürich ist, mein Zuhause ist Los Angeles.

Kiss – 40th Anniversary World Tour, 10. Juni 2015, Hallenstadion. Konzertbeginn: 20 Uhr. Tickets unter www.ticketcorner.ch

Fakten und Zahlen

1973 wurde die Hardrock-Band Kiss von Gene Simmons (eigentlich Gene Klein), Paul Stanley (eigentlich Stanley Eisen), Peter Criss und Paul Frehley in New York gegründet. Im Laufe der Jahre wechselte die Besetzung der Band immer wieder. Aktuell wird das Quartett von Simmons (66 Jahre, Bass), Stanley (63, Rhythmusgitarre), Tommy Thayer (55, Leadgitarre) und Eric Singer (57, Schlagzeug) gebildet. Kiss ist eine der erfolgreichsten Bands der Welt und hat bislang über 100 Millionen Alben verkauft.

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Leserkommentare

Rinaldus Drybone - Na, der Song heisst aber nicht Like It Up, sondern Lick It Up.

Vor 4 Jahren 5 Monaten  · 
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