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Lifestyle

Kennenlernen mal anders: Die Zürcherinnen Elena Rutman (l.) und Livia Lea Maag (r.) veranstalten Events in Sensual Speed Dating.

Antasten erlaubt: Neue Form des Datings in Zürich

Von: Ginger Hebel

30. August 2018

Livia Lea Maag und Elena Rutman haben Sensual Speed Dating ins Leben gerufen. Eine neue Form der persönlichen Begegnung – ganz anders als unpersönliche Dating-Plattformen im Netz.

Fünf Frauen treffen auf fünf Männer. Mit verbundenen Augen lernen sie sich mit allen Sinnen kennen, berühren sich gegenseitig an den Händen, tasten die Arme ab, riechen aneinander. Zum Blickkontakt kommt es erst gegen Schluss. Livia Lea Maag (32) und Elena Rutman (42) haben Sensual Speed Dating ins Leben gerufen für Singles, Paare und Menschen in offenen Beziehungen/Polyamorie. Die Frauen haben sich auf einem Segeltörn in Griechenland kennengelernt. Immer wieder kamen sie auf ihre Dating-Erfahrungen zu sprechen und merkten, dass viele Plattformen oberflächlich sind.

Bei Datingplattformen wie Tinder entscheidet die Optik, ob man sich kennenlernen möchte. Mit Ihren Dating-Events gehen Sie einen ganz anderen Weg. Warum?

Livia Lea Maag: Ich führe mit meinem Partner eine offene Beziehung. Der Reiz, verschiedene Dating-Plattformen auszuprobieren, war gross. Doch das oberflächliche Beurteilen, das langwierige Hin- und Herschreiben, und die oft ernüchternden Dates haben mich ermüdet. Manchmal verlieben wir uns erst auf den zweiten oder dritten Blick. Die Stimme, das Lachen, der Duft, all das entscheidet, ob uns jemand anzieht.

Elena Rutman: Heute zählt oft nur der Status. Bei unseren Events geht es darum, den Menschen pur und real wahr zu nehmen. Bevor man jemanden äusserlich beurteilt, lernt man ihn mit seinen Sinnen kennen. Man berührt sich an den Händen und überlegt sich, wie fühle ich mich dabei? Was löst die Berührung bei mir aus? Wir fragen die Teilnehmer nach jeder Runde, wie es ihnen gefallen hat und protokollieren dies. Am Ende entscheidet jede Person selbst, wem sie ihren Kontakt weitergeben möchte.

Zürich ist eine Single-Stadt. Was sind denn die Probleme beim Kennenlernen?

Elena Rutman: Viele Singles führen eine Vermeidungsstrategie. Denn wer sich auf eine Beziehung einlässt und Gefühle zulässt, macht sich verletzbar. Die Hollywood-Vorstellung von Familie und Haus schlummert in vielen von uns. Mir hat die Kleinfamilien-Situation immer etwas Angst gemacht. Ich wohne in einer WG mit einem Mann und seinem Hund, mein Freund lebt in seiner eigenen Wohnung. Im Moment passt es so für uns.

Livia Lea Maag: Viele haben eine vorgefertigte Meinung, wie der Partner zu sein hat. Dabei bringt jeder seinen Rucksack mit. Es ist wichtig, dass man sich seine eigenen Schwächen eingestehen kann. Mir fällt zudem auf, dass in Zürich viele damit beschäftigt sind, cool zu wirken, und so gar keine Begegnungen zulassen. Da möchten wir den Leuten mit unseren Events einen «Schupf» in eine offene Richtung geben.

Nächste Events: Montag, 10.9., Samstag, 6. 10., Seminarraum Jupiterhaus, Jupiterstrasse 1.
Ab November finden Events in der Zürcher Houdini Bar statt.

www.sensualspeeddating.ch

 

 

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