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Lifestyle

Bastien Girod ist Nationalrat der Grünen und Doktor der Wissenschaften (Dr. sc. ETH).

Die Arktis und die Pensionskasse

Von: Bastien Girod

17. Oktober 2013

Im Jahr 2003 wurde ich in England als Greenpeace-Aktivist festgenommen, weil wir gegen einen Erdölmulti protestierten. Einen Erdölmulti, der den Irakkrieg unterstützte. Doch ich wurde fair behandelt und musste nur eine Nacht in der Zelle übernachten. Marco Weber hat sich gegen die Zerstörung der Arktis durch den Erdölmulti Gazprom engagiert. Er sitzt nun schon 19 Tage in russischer Haft. Er wird in Isolationsha unter unmenschlichen Bedingungen festgehalten.

Die offizielle Schweiz sollte in Russland intervenieren. Sie sollte wie Australien und die Niederlande öffentlich klarstellen, dass friedlicher Protest nicht wie Piraterie behandelt werden darf und dass die Grundrechte der Gefangenen respektiert werden müssen.

Gleichzeitig hat die Greenpeace-Aktion den alltäglichen Irrsinn unserer täglichen Ressourcenverschwendung wieder auf die Frontseite gebracht. Das ist auch eine Chance, um konkreten Massnahmen zum Durchbruch zu verhelfen, die diese Naturzerstörung reduzieren.

Die Schweiz muss sich gegen die Förderung der fossilen Energien in der Arktis einsetzen. Die Arktis würde sonst doppelt getroffen: einerseits durch die lokale Zerstörung bei der Förderung, anderseits durch die Klimaerwärmung. Wenn das Erdöl der Arktis gefördert wird, führt das zu einer Klimaerwärmung, von der das Ökosystem der Arktis besonders betroffen wäre.

Doch nicht nur die Politik, auch jeder Einzelne kann sich für den Schutz der Arktis und des Klimas einsetzen. Unsere Pensionskassen unterstützen nämlich Firmen wie Gazprom. Meine Pensionskasse, Publica, hat beispielsweise fast 2Milliarden in Erdölfirmen investiert. Damit wird die Zerstörung der Arktis unterstützt. Gleichzeitig sind dies riskante Investitionen. Denn sollte – und das hoffen wir alle – der Klimaschutz erfolgreich sein und seine Ziele erreichen, werden die Erdölfirmen wertlos. Wertlos, weil ihr Produkt – Erdöl – der Gesellscha mehr schadet als nützt.

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Leserkommentare

Ega Friedman - Lieber Bastien, das ist mir etwas zu flach von jemandem, der sich in Greenpeace Verwicklungen auskennt. Was Greenpeace will und tut, das wissen wir alle, wenn auch nicht im Detail. Dass die Wirtschaft und die Politik das nach aussen als richtig und gut akzeptieren
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